Schwetzingen

Comeniusschule Staatssekretär aus Schwetzingen informiert sich in Berufsvorbereitender Einrichtung (BVE) über Schulpartnerschaft

Baumann will Verbesserung erreichen

Staatssekretär André Baumann besuchte anlässlich des EU-Schulprojekttages die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) der Comenius-Schule Schwetzingen, um sich über die Schulpartnerschaft mit dem Platengymnasiet der Stadt Motala in Schweden zu informieren. Die Schüler Paula Röckl, Nina Wrobel, Justin Heussler und Pia Grießhammer, sowie Rahel Mebrahtu als ehemalige Schülerin hatten somit die Gelegenheit, ihre Anliegen mit dem Staatssekretär zu diskutieren.

Der von Erasmus geförderte Schüleraustausch beschäftigt sich mit der beruflichen Eingliederung in beiden Ländern. Im März hatten sechs Schüler und drei Lehrer aus Schweden die BVE besucht. Die Schüler arbeiteten gemeinsam im Praktikum, diskutierten über die Inhalte eines Vorstellungsgespräches, nahmen am fachpraktischen Unterricht in der Ehrhart-Schott-Schule teil und besuchten einen Integrationsbetrieb, bei dem auch die Arbeit des Integrationsfachdienstes vorgestellt wurde.

André Baumann war beeindruckt vom Unterstützungssystem, das die Schüler auf ihrem Weg in den Beruf begleitet. Mit Interesse ließ er sich wichtige Unterschiede zwischen dem schwedischen und dem deutschen System erklären. Pia Grießhammer verdeutlichte, dass die schwedischen Schüler intensiv auf einen von vier Berufen vorbereitet werden. In der BVE könne man unter mehr Berufen wählen und so auch selbst eine Nische suchen, in der später ein Arbeitsplatz geschaffen werden kann.

Schweden in der Praxis besser

Während die schwedischen Schüler mit besseren praktischen Kompetenzen von der Schule gehen, können die deutschen direkt an ihrem Betrieb eingearbeitet werden und dadurch einen langfristigen Arbeitsplatz schaffen. Paula Röckl erklärte dies anhand ihres Praktikumstages mit einem schwedischen Schüler in einem Supermarkt.

Nina Wrobel wies auf eine notwendige Veränderung des deutschen Systems hin: Die schwedischen Schüler können an ihrer Schule einen anerkannten praktischen Abschluss machen, während die deutschen Altersgenossen solch ein Zertifikat nicht erwerben und daher bei Bewerbungen ihre Kenntnisse nicht vorweisen können. Staatssekretär Baumann versprach, diese Anregung mitzunehmen und sich für eine Veränderung einzusetzen.

Aber auch Vorteile des deutschen Systems wurden von Rahel Mebrahtu benannt: Die SchülerInnen müssen in echten Vorstellungsgesprächen für sich werben und auch Absagen verkraften. Sie lernen so, mit Misserfolgen umzugehen. Abgerundet wurde der Besuch mit Kaffee und Kuchen aus der Schülerfirma „ESSS-Bar“, in der Schüler der BVE jeden Freitag leckere Spezialitäten verkaufen .Im Mai fliegen die Schüler zum Gegenbesuch nach Schweden und schauen sich vor Ort genauer den Weg der schwedischen Kollegen in den Beruf an. Hilfreich wird dabei sicher das gemeinsam entwickelte Wörterbuch sein, das noch von Justin Heussler vorgestellt wurde. zg

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