Schwetzingen

Bundestagswahl Erstmals zwei Abgeordnete aus der Region

Bayaz rutscht über Landesliste ins Parlament

Archivartikel

Region.Es war schon weit nach Mitternacht, als sich Dr. Danyal Bayaz einen Gin Tonic einschenkte, um auf seinen Einzug in den Deutschen Bundstag anstoßen zu können. Den ganzen Abend über sah es für den gebürtigen Heidelberger mit deutscher Mutter und türkischem Vater gut aus, aber Sicherheit hatte er erst, als feststand, dass 13 Grüne über die Landesliste in den Bundestag einziehen werden - Bayaz war auf Platz 12. Damit bildet Baden-Württemberg erstmals die größte Landesgruppe.

Damit ist der Wahlkreis 278 Bruchsal/Schwetzingen erstmals seit Gründung nicht ausschließlich vom CDU-Abgeordneten Olav Gutting in Berlin vertreten, sondern auch von einem Grünen. Vieles deutet ja darauf hin, dass beide Parteien Regierungsverantwortung haben.

Dass es geklappt hat, hängt von zwei Faktoren ab. Zum einem konnten die Grünen im Land ihr Wahlergebnis gegenüber 2013 um 2,5 Prozent steigern, waren also deutlich über dem Plus auf Bundesebene (0,6 Prozent). Zum anderen ging es zwar in Freiburg, Mannheim und Stuttgart ganz eng zu, um das Direktmandat, aber letztlich gelang es der CDU, alle baden-württembergischen Direktmandate zu gewinnen, blieb aber nach Prozenten deutlich schwächer als 2013. Das führt zu Überhangmandaten, damit Stimmen, die die anderen Parteien holen, entsprechend dem Proporz der Prozente berücksichtigt werden. Der Bundestag wird dadurch größer.

Für Danyal Bayaz ist das ein toller Erfolg. Schon am Dienstag ist die erste Fraktionssitzung in Berlin. "Ich freue mich, meine Fraktionskollegen kennenzulernen, die meisten aus dem Ländle kenne ich ja aus meiner Arbeit beim Landesverband. Und jetzt gilt es eine Menge zu organisieren: Ich muss mit meinem Arbeitgeber sprechen. Denn die Tätigkeit dort muss ich aufgeben. Als Unternehmensberater war ich 60 Stunden die Woche unterwegs", erzählt er. Dann kommt die Frage, wo er in Berlin wohnt, wenn Sitzungswoche ist. Und ein Wahlkreisbüro? Er könnte sich auch eine Bürogemeinschaft vorstellen, klar ist für ihn aber, dass Präsenz vor Ort wichtig ist.

Bleiben die schwierigen Koalitionsverhandlungen: "Da werden sich alle Demokraten zusammenreißen müssen. Und wir müssen uns um die Menschen kümmern, die aus Protest AfD gewählt haben", sagt Bayaz.

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