Schwetzingen

Stellungnahme Nabu schildert nach Leserbrief seine Erfolge

Bedrohte Arten sind zurückgekehrt

Der Naturschutzbund (Nabu) Schwetzingen und Umgebung bezieht nach einem Leserbrief „Die Methoden des Nabu gefallen mir gar nicht“, Samstag, 4. August, Seite 30) in einem Schreiben Stellung zu seiner Arbeit und erläutert Hintergründe, ohne dabei jedoch konkret auf das Schreiben von Leserin Catharina Päärmann eingehen zu wollen.

„Uns ist es viel wichtiger, dass im Hirschackerwald ein ganz besonderes und unbedingt schützenswertes Stück Natur direkt vor unserer Haustür liegt. In den vergangenen Jahren hat sich dort viel getan, die unterschiedlichsten Akteure sind beteiligt und arbeiten wunderbar zusammen. Immer wieder muss Überzeugungsarbeit geleistet werden, weil die Notwendigkeit der offensichtlichen Veränderungen sich nicht jedem leicht erschließt, aber die Richtung stimmt und Teilerfolge sind schon erreicht“, heißt es einleitend in der E-Mail an die Redaktion, geschickt von Cindy Weidner und Dr. Frank Nürnberg für Nabu Schwetzingen und Umgebung.

Weiter heißt es: „Naturschutzgebiete (NSG) sind Refugien für frei lebende und oftmals seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Um diesem Schutzzweck gerecht zu werden, erlässt die Naturschutzverwaltung eine Verordnung, die die Regeln vorgibt, an die sich alle Besucher im jeweiligen NSG halten müssen. Der Schutzzweck des NSG ,Hirschacker- und Dossenwald‘ besteht im Erhalt und in der Förderung der natürlichen Lebensgemeinschaften auf Binnendünen und Flugsandfeldern.

Der Schwetzinger Hirschackerwald ist als Lebensraum so außergewöhnlich, dass er in großen Teilen zum Nationalen Naturerbe erklärt und von der Bundesregierung in den Besitz des NABU übertragen wurde. Naturschutzverwaltung und Naturschutzbund arbeiten hier seit Jahren Hand in Hand, um die Lebensbedingungen für die seltenen, auf lichte Kiefernwälder und offene Sandflächen angewiesenen Tier- und Pflanzenarten zu verbessern.

Erste Erfolge zeigen sich bereits: die Heidelerche singt im Frühjahr, und der Ziegenmelker lässt sich während der Brutzeit nachweisen. Beide Vogelarten sind vom Aussterben bedroht, ihre Rückkehr in den Hirschackerwald ist für Naturliebhaber eine kleine Sensation. Der Bestand ist jedoch weiterhin fragil und der Bruterfolg in Gefahr, wenn Besucher sich über die Verhaltensregeln hinwegsetzen. Beide genannten Vogelarten sind Bodenbrüter, bereits ein einzelner nicht angeleinter Hund, der in der Nähe des Nestes herumstöbert, kann den Altvogel vertreiben – was im schlimmsten Fall die Aufgabe des Geleges zur Folge haben kann. Ein Verstoß gegen die NSG-Verordnung – die unter anderem ein Wegegebot sowie eine Anleinpflicht für Hunde beinhaltet – ist hier gravierend, und wird von der Ordnungsbehörde der Stadt Schwetzingen entsprechend geahndet.

„Müssen an einem Strang ziehen“

Dass einzelne Personen der Meinung sind, solche Vorschriften seien willkürlich und würden für sie nicht gelten, ist bedauerlich. Ungewöhnlich ist außerdem, dass man sich über den Erhalt eines Bußgeldbescheids in Form eines Leserbriefs beschwert. Wenn man sich zu Unrecht beschuldigt fühlt, steht immer der Rechtsweg in Form eines Widerspruchs offen. Die meisten Besucher des Hirschackerwalds verhalten sich rücksichtsvoll, sie bleiben auf den Wegen und führen ihre mitgebrachten Hunde an der Leine.

Der Schutz unserer heimischen Natur ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur gelingen wird, wenn alle an einem Strang ziehen: Stadtverwaltung, Naturschutzbehörde, Verbände – aber auch die Bürger sind gefragt. Wir alle sind gefordert, auf die Natur in unserer direkten Umgebung ein schützendes Auge zu haben. Nur so werden Heidelerche, Wiedehopf und Ziegenmelker, und mit ihnen viele andere unscheinbarere Arten eine Zukunft haben in unserem Hirschackerwald“, heißt es abschließend seitens des Nabu. zg

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