Schwetzingen

Schwetzinger Festspiele „Krieg und Frieden“ – diesen beiden großen Themen widmen sich Sopranistin Sarah Wegener und das Ensemble „Il Capriccio“

Best of Barock trifft zeitgenössische Werke

Best of Barock trifft auf zeitgenössische A-cappella-Werke. So lässt sich der Auftritt der Sopranistin Sarah Wegener und des Ensembles „Il Capriccio“ zusammenfassen, der mit „Krieg und Frieden“ betitelt ist. Die Stücke umspannen ganze vier Jahrhunderte und halten große Emotionen parat. Im Interview erklärt die Sängerin, wie die Werke sowohl Krieg als auch Frieden widerspiegeln und warum der Glaube so wichtig ist.

Frau Wegener, Ihr Weg hat Sie schon einmal nach Schwetzingen geführt. Welche Erinnerungen verbinden Sie damit?

Sarah Wegener: Ich habe ganz wunderbare Erinnerungen an Schwetzingen. Hier habe ich seit 2011 drei Opern gesungen – darunter 2011 und 2013 zwei Uraufführungen und 2012 eine Barockoper. Außerdem war ich an mehreren Konzerten beteiligt. Ich mag außerdem die wunderschöne Atmosphäre im Schlossgarten, die Pfaue und natürlich den Spargel.

Sie treten mit dem Ensemble „Il Capriccio“ auf, bringen „Krieg und Frieden“ auf die Bühne. Worum geht es?

Wegener: Wir musizieren Stücke, die direkt mit Krieg oder Verlust zu tun haben, und eine Art Geschichte erzählen. Beispielsweise werden in „Furie terribili“ die bösen Mächte heraufbeschworen. Was das jedoch bedeuten kann, nämlich zum Beispiel den Beginn eines Krieges und somit für viele ein Lebewohl, hört man im Lied „Auld lang syne“ gleich danach. So bekommt das Lied in dem Kontext einen tieferen, nachdenklicheren Sinn und Ton, den es meiner Meinung nach bereits besitzt. Es erklingt im Konzert und wird nur sehr zart begleitet. Nach dem feurigen Stück davor ist das ein starker Kontrast. Wir beschäftigen uns also mit Fragen, die um Krieg und Frieden kreisen. Dabei spielt der Glaube, der das Programm hindurch begleitet, eine große Rolle.

Fiel es schwer, die passenden Werke zu diesem Oberthema auszuwählen?

Wegener: Nein, wir hatten eher viel zu viel, und mussten einige Stücke streichen. Eines ergab das andere, und dann hatten wir auf einmal diese unglaublichen Übergänge. So entstand nach und nach ein Programm, auf das wir sehr stolz sind. Es ist nicht alltäglich, und teilweise auch sehr gewagt. Aber genau auf diese Momente, die das Publikum überraschen, freue ich mich am meisten.

Wie viele Probestunden liegen dieser Performance zugrunde?

Wegener: Das ist schwer zu sagen. Jeder Orchesterspieler übt ja für sich allein, dann in der Gruppe – ich ebenso. Miteinander probt man dann für solch ein anspruchsvolles Programm mehrere Tage. Wir haben das Programm bereits zweimal aufgeführt. Dadurch ist es nicht ganz neu für uns. Jedoch hat jeder von uns in der Zwischenzeit auch eine Menge anderer Musik gemacht. So besteht wohl die Hauptaufgabe darin, sich zusammenzufinden, wieder reinzukommen, und dann gemeinsam in das Wesen der Musik zu schlüpfen.

Ihr Auftritt beginnt um 19.30 Uhr. Wie verbringen Sie die Zeit, bevor Sie auf die Bühne gehen?

Wegener: Am Nachmittag werden wir eine Anspielprobe im Mozartsaal machen. Ansonsten werde ich mittags lecker essen und im Park spazieren gehen. Direkt vor dem Konzert ist dann Ruhe angesagt, schminken, umziehen, meditieren.

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