Schwetzingen

Schimper-Gemeinschaftsschule Klasse beschäftigt sich mit NS-Zeit / Jüdischen Friedhof besucht

Bestürzt über Vandalismus

Archivartikel

Auf historischer Spurensuche befanden sich die Schüler der Klasse 10e der Karl-Friedrich-Schimper- Gemeinschaftsschule, als sie sich im Oktober statt im Klassenzimmer auf dem Schlossplatz zusammenfanden. Bereits vorab hatte sich die Klasse intensiv mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands beschäftigt und wollte nun mit ihrer Geschichtslehrerin Angela Drescher der Frage nachgehen, was in ihrer Heimatstadt zu dieser Zeit passierte.

Welche Spuren der nationalsozialistischen Vergangenheit kann man in Schwetzingen noch entdecken? Wo befinden sich Erinnerungsorte? Welche Gebäude haben eine Geschichte zu erzählen und was ist aus den Bürgern geworden, die nicht in das ideologische Bild der Nationalsozialisten passten? Das waren die Fragen, mit denen sich die Jugendlichen zuvor im Unterricht auseinandergesetzt hatten und die sie nun vor Ort in kurzen Vorträgen beantworteten.

Kurt Glöckler erklärt Geschichte

Abgeschlossen wurde der Stadtrundgang von einem Besuch auf dem jüdischen Friedhof Schwetzingens, wo die Schüler von Kurt Glöckler empfangen wurden. Er informierte die Klasse über die Geschichte dieses Ortes und der dort bestatteten Familien. „Ich habe mich gewundert, dass so viele von den Gebäuden, die wir auf alten Fotos gesehen haben, noch stehen und sich kaum verändert haben“, fasst ein Schüler seine Eindrücke zusammen. Bestürzt äußert sich eine andere Schülerin darüber, dass der jüdische Friedhof auch heute noch ein Ziel von Vandalismus und Fremdenhass ist, so dass einige der Grabsteine zerbrochen oder nicht mehr lesbar sind.

Und so zeigte sich wieder einmal, dass das Klassenzimmer nicht alles bieten kann und Geschichte durch eine Spurensuche vor Ort greifbarer wird. zg/ad

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