Schwetzingen

Cyberkriminalität (mit Podcast) Coronavirus-Karte verbreitet Schadsoftware / Vorsicht vor Fake-News

Betrüger nutzen Situation

Archivartikel

Gerade in Zeiten, in denen die einzige Kommunikation nach Außen über das Internet möglich ist, sollte man besonders aufmerksam sein. Für Cyberkriminelle ist die Neugier der Anwender ein gefundenes Fressen. Unbekümmert klickt man in der E-Mail auf Links oder Bilder in der Hoffnung einen Informationsvorsprung zu erhalten. Über Twitter, Facebook und WhatsApp werden Falschmeldungen und Verschwörungstheorien schnell verbreitet. Aber warum ist das so?

1. Coronavirus-Karte verbreitet Schadsoftware: Zurzeit veröffentlichen Nachrichtenportale interaktive Karten, die die Verbreitung des Coronavirus grafisch aufbereiten. Sicherheitsexperten berichten nun von einer „Corona Map“, die per E-Mail verbreitet wird. Nach dem Anklicken von Dateien, wie “Corona-virus-Map.com.exe“ oder “CoronaMap.exe” späht diese persönlichen Daten, insbesondere Passwörter aus. Möglich ist auch eine Installation nach dem Öffnen der E-Mail ohne weiteres Zutun des Nutzers. Betroffen sich vor allem Geräte mit dem Windows-Betriebssystem. Hierbei handelt es sich um eine seit 2016 bekannte Malware, also um Software, die in Computersysteme eindringt und somit ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Das Sicherheitsbarometer SiBa von Deutschland sicher im Netz rät generell allen Internetnutzern, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dazu gehört, keine E-Mails von unbekannten Absendern zu öffnen, vor allem, wenn diese Anhänge enthalten. Installieren und aktivieren Sie einen Virenscanner und eine Firewall und führen Sie regelmäßig Sicherheitsupdates durch.

2. Die Kriminellen arbeiten auf allen Kanälen: Das Landeskriminalamt warnt vor Corona-Enkeltrick: Kriminelle denken sich derzeit neue Wege aus, um Menschen in der Corona-Krise zu bestehlen. Am Telefon geben sich Betrüger unter anderem als erkrankte Angehörige aus.

3. Vorsicht vor Fake-News zum Coronavirus: Die Ereignisse zum Coronavirus überschlagen sich zurzeit. Veranstaltungen werden abgesagt, das öffentliche Leben eingeschränkt. Unter den Meldungen häufen sich leider auch Falschmeldungen, die für Unsicherheit sorgen und in die Irre führen. Fake-News wie die vermeintliche Schließung von Supermärkten, die Behauptung, das Schmerzmittel Ibuprofen würde die Ausbreitung des Virus begünstigen oder Verschwörungstheorien, die suggerieren, Unternehmen, Organisationen, gar Regierungen hätten das Coronavirus hergestellt oder einen Impfstoff entwickelt, werden vor allem über Messenger wie WhatsApp in der Form von Kettenbriefe verbreitet. SiBa rät, Vorsicht walten zu lassen. Klären Sie, ob die Meldung seriös ist: Wer ist die Quelle? Eine anerkannte Forschungseinrichtung? Eine Behörde? Gibt es entsprechende Informationen zum Beispiel bei Ministerien? Melden weitere Nachrichtenportale das Gleiche? In welchem Kontext steht die Nachricht? Wurde sie aus anderen Kontexten gerissen? Leiten Sie Nachrichten, die Sie über Messenger erhalten nicht gedankenlos weiter.

Info: Sicherheitsbarometer SiBa: https://www.sicher-im-netz.de/siba-aktuelle-meldungen (auch als App)


Mehr zum Thema - als Podcast (Dauer: 6:33 Minuten):

Für Cyberkriminelle ist der Corona Virus der perfekte Köder, um ihre eigenen Viren einzuschleusen. Fake-Seiten, die angeblich die Ausbreitung der Infektionen in Echtzeit anzeigen, oder Mails mit dubiosen Schutzpräparaten sind im Umlauf. Sie alle haben das Ziel, den PC mit Schadprogrammen zu infizieren. Wir haben mit dem Security-Experten Tim Berghoff von der G Data CyberDefense AG gesprochen, wie Sie solche unseriösen Seiten und Mails erkennen (siehe Download unten).

Quelle: (B und B Medien Mannheim, www.podcastsounds.de)

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