Schwetzingen

Hotel Atlanta Technischer Defekt löst Feuer aus / Neun Menschen haben leichte Rauchvergiftung / Unterbringung in Heidelberg geplant

Bewohner ziehen vorerst in Patrick Henry Village

Archivartikel

Die 85 Bewohner blicken ratlos zwischen dem improvisierten Einsatzzelt des Deutschen Roten Kreuzes und ihrem abgesperrten Zuhause – dem ehemaligen Hotel Atlanta – hin und her. Dazwischen stehen mehrere Polizei- und Feuerwehrwagen.

Vermutlich wegen eines technischen Defektes hat es am Freitag um 7.20 Uhr in der Unterkunft zur Anschlussunterbringung in der Robert-Bosch-Straße 9 gebrannt. Wie Bürgermeister Matthias Steffan auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, haben sich neun Bewohner eine leichte Rauchvergiftung zugezogen, zwei Personen müssen im Krankenhaus weiter behandelt werden.

Die Polizisten nehmen die Personalien der schockierten Bewohner auf, ihnen ist anzusehen, dass sie nicht wissen, wie es weitergeht und wann sie wieder in ihre Unterkunft dürfen.

Schock sitzt tief

Die Löscharbeiten dauern etwa eineinhalb Stunden. „Glücklicherweise kam es zu keinen schweren Verletzungen“, sagt Steffan und ergänzt: „Die behandelten Personen wiesen nur leichte Rauchvergiftungen auf und hatten vor allem mit dem Schock zu kämpfen.“

Das ehemalige Hotel, in dem der Brand ausbrach, wurde hingegen stark in Mitleidenschaft gezogen. „Wegen der starken Brandrauchentwicklung mussten wir das Gebäude nach abgeschlossenen Löscharbeiten verschließen“, sagt Feuerwehrkommandant Walter Leschinski, der im Innern des Gebäudes so verheerende Schäden ausmacht, das eine baldige Rückkehr sowie ein weiterer Aufenthalt dort momentan nicht möglich sind. Die Schäden seien so erheblich, dass im ehemaligen Hotel vorübergehend weder Strom noch Wasser fließen werden. Eine genaue Bestandsaufnahme des Ausmaßes kann voraussichtlich erst nächste Woche erfolgen.

Schnelle Lösung

Die Suche nach einer alternativen Unterkunft ging schnell: Nur drei Stunden nach Ausbruch des Brandes wurde ein Zwischenaufenthalt für die Flüchtlinge gefunden. In Abstimmung zwischen der Stadt Schwetzingen und dem Regierungspräsidium Karlsruhe können die Bewohner zunächst für zwei Wochen im Ankunftszentrum des Landes Patrick Henry Village (PHV) in Heidelberg unterkommen und werden auch dort verpflegt. Darüber haben Bürgermeister Matthias Steffan und Ordnungsamtsleiter Pascal Seidel die Betroffenen direkt informiert.

Wann die Männer wieder in ihre Unterkunft zurückkehren können, ist ungewiss und kann frühesten nach dem Abschluss der Untersuchungen der Kriminalpolizei prognostiziert werden.

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