Schwetzingen

Im Interview Dr. Lennart Thilmann erklärt, wie die Schnelltests im Center Ludwigshafen abgewickelt werden / Seit 19. Dezember nutzen über 1800 Menschen das Angebot

Binnen weniger Minuten gibt es das Ergebnis

Archivartikel

Ludwigshafen/Region.Das Corona-Schnelltestcenter Ludwigshafen im Walzmühl-Center (Yorckstraße 2) bietet auch Unternehmen und Hilfsorganisationen Reihentests für Mitarbeiter an. „Diese Reihentests stellen einen wichtigen Baustein innerhalb von Hygienekonzepten dar, um Betriebsschließungen oder hohe Ausfallzeiten zu verhindern“, teilt der Betreiber, die SI Trading GmbH aus Mannheim, mit.

Seit der Eröffnung am 19. Dezember wurden in dem Center über 1800 symptomlose Menschen auf Covid-19 getestet. Es gab bisher knapp 30 positive Testergebnisse, die den entsprechenden Gesundheitsämtern gemeldet wurden. „Es ist uns somit gelungen, in all diesen Fällen die Infektionskette zu unterbrechen“, so der leitende Arzt Dr. Lennart Thilmann, der ein solches Testcenter auch in Schwetzingen eröffnen wollte (wir berichteten), sich dann jedoch mit der Stadt überwarf. Wir sprechen mit ihm über die Testmöglichkeiten.

Herr Dr. Thilmann, wer kann sich bei Ihnen testen lassen?

Dr. Lennart Thilmann: Wir bieten die Schnelltests für jeden an, der innerhalb von wenigen Minuten wissen möchte, ob er sich mit dem Corona-Virus angesteckt hat. Dies ist unter anderem bei Reiserückkehrern aus dem Ausland von Relevanz, oder wenn man zum Beispiel in der Adventszeit Eltern oder Großeltern besuchen und das Infektionsrisiko minimieren möchte. Auch für Mitarbeiter aus Pflegeeinrichtungen bietet sich ein Test an. Nicht immer sind dort genügend Tests vorhanden. Aber auch, wenn in Betrieben ein positiver Fall aufgetreten ist und Kollegen sich testen lassen wollen, stehen wir ebenso wie für Lehrpersonal oder Erzieherinnen, Erzieher und Schüler bereit.

Können auch Personen kommen, die bereits Symptome aufweisen?

Dr. Thilmann: Nein. Wer typische Symptome hat wie Reizhusten, Fieber, Geruchs- oder Geschmackssinnverlust ist bei uns falsch. Der sollte sich bei seinem Hausarzt oder beim zuständigen Gesundheitsamt melden, die dann auf eine PCR-Testung in einer Praxis verweisen. Wir weisen auch symptomatische Patienten ab zum Schutz der anderen.

Wie zuverlässig sind solche Tests?

Dr. Thilmann: Die Bundesregierung fordert Schnelltests, wir haben sie und arbeiten mit einem Test der Leverkusener Firma Nal von Minden, die bereits seit über 30 Jahren in diesem Bereich tätig ist. Der Test ist vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen. Er besitzt eine Spezifität von 99,9 Prozent und Sensitivität von 97,56 Prozent. Die Spezifität gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass ein tatsächlich Gesunder im Test auch als solcher erkannt wird. Es gibt also praktisch keine „falsch positiven“ Testergebnisse. Die Sensitivität von 97,56 Prozent bedeutet in diesem Fall, dass von 100 mit Covid-19 infizierten Personen lediglich 2,44 Prozent ein falsch negatives Testergebnis erhalten. Dies sind in der Medizin äußerst zuverlässige Zahlen. Trotzdem könnte es bei Zweifeln im Einzelfall sinnvoll sein, noch zusätzlich einen PCR-Test durchzuführen. Ich möchte hier gerne die amerikanische Food and Drug Administration zitieren: Jede Kategorie von diagnostischen Tests hat ihre eigene einzigartige Rolle im Kampf gegen dieses Virus.

Was ist, wenn ein Schnelltest positiv ausfallen sollte? Wie geht es dann weiter?

Dr. Thilmann: Wenn jemand ein positives Testergebnis mitgeteilt bekommt, muss sich die entsprechende Person als infektiös betrachten und sofort in Selbstquarantäne begeben. Wir werden das weitere Vorgehen mit dem Patienten besprechen und ihn an ein entsprechendes Testzentrum verweisen, bei dem zur Bestätigung noch einmal ein PCR-Test vorgenommen wird – die Kosten hierfür übernehmen dann auch die Krankenkassen. Wir werden die von uns erhobenen positiven Testergebnisse nach Rücksprache mit den Gesundheitsämtern Rhein-Neckar und Mannheim auch an diese melden. Es ist jedoch zu betonen, dass aktuell erst ein positiver PCR-Test in die Corona-Statistik des Robert-Koch-Institutes eingeht und das Gesundheitsamt auch erst dann Kontakt mit dem Betroffenen aufnehmen wird. Bild: privat

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