Schwetzingen

Traumbaum auf dem Schlossplatz 280 Wünsche bedürftiger Mädchen und Buben warten auf Erfüllung / Geänderter Ablauf

Bringen Sie Kinderaugen zum Leuchten!

Es gibt dieses Jahr zwar keinen kurfürstlichen Weihnachtsmarkt, doch der Kindertraumbaum wird trotzdem aufgestellt! Diese schöne Nachricht freut nicht nur die Initiatoren Antonia und Tibor Wettstein von der Rechtsanwaltskanzlei Wettstein, sondern ist in diesen gerade sehr schweren Zeiten auch ein Hoffnungsschimmer für viele bedürftige Mädchen und Buben in der Region Schwetzingen.

Vor 13 Jahren riefen Wettsteins die Aktion ins Leben und konnten seither 2570 Geschenke und fast 20 000 Euro Spendengelder sammeln. Am nächsten Samstag, 28. November, hängen zwischen 15 und 20 Uhr unter Beachtung der Hygienevorschriften wieder 270 Wunschzettel am Baum vor dem Palais Hirsch in Schwetzingen – und mit jedem Zettel, der einen Abnehmer findet, freut sich ein Kind über ein Geschenk. Denn die Einschränkungen durch die Pandemie belasten vor allem Kinder und Familien. Darin waren sich die Familie Wettstein, die die Aktion 2008 ins Leben gerufen hat, die Stadt Schwetzingen und die beteiligten Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas einig, als sie Anfang Oktober überlegt haben, wie man den Kindertraumbaum 2020 trotz Corona auch ohne Weihnachtsmarkt erfolgreich gestalten kann. Für sie steht fest: Jedes Kind soll an Weihnachten ein Geschenk bekommen, auch die, deren Eltern dafür nicht genug Geld haben.

Über ihren Tafelladen „Appel & Ei“ und über ihre Beratungsstellen geben der Caritasverband für den Rhein-Neckar-Kreis und das Diakonische Werk Rhein-Neckar-Kreis die Wunschzettel an die Kinder in Schwetzingen und Umgebung aus. Jedes Jahr werden es mehr. 2019 konnte der Kindertraumbaum 280 Kinderwünsche erfüllen. 2020 könnten es aufgrund der Pandemie noch mehr werden.

„Bisher haben wir immer genug Engagierte gefunden, die bei unserer Aktion mitgemacht haben. Auf dem Weihnachtsmarkt konnten wir ganz viele Passanten auf unsere Aktion aufmerksam machen und am Ende waren immer alle Wunschzettel weg“, sagt Antonia Wettstein. Weil es dieses Jahr gilt, Menschenansammlungen zu vermeiden, ist es die große Sorge der Wettsteins, dass nicht genügend Unterstützer gefunden werden und deswegen Kinderwünsche unerfüllt bleiben müssten.

Auf Nummer sicher

Daher gibt es 2020 folgende Neuerungen: Am 28. November werden die Wünsche zwischen 15 und 20 Uhr am Tannenbaum vor dem Palais Hirsch aufgehängt. Beim Zugang zum Baum wird darauf geachtet, dass Sicherheitsabstände und Hygieneregeln eingehalten werden. Zudem wird es Listen geben, aus denen sich die Bürger die Wünsche direkt heraussuchen können, um den Andrang am Baum zu reduzieren.

Es wird aktiv nach Unterstützergruppen gesucht, die bereit sind ein bestimmtes Kontingent an Wünschen zu erfüllen, falls nicht alle Wünsche am nächsten Samstag einen Schenker finden. Die Wünsche werden dann nach dem 28. November übermittelt.

„Wir hoffen, dass viele Betriebe, Vereine oder Organisationen mitmachen“, wünscht sich Ursula Igel vom Diakonischen Werk in Schwetzingen. „Wahrscheinlich werden viele Weihnachtsfeiern nicht stattfinden können, dann könnte der Kindertraumbaum eine Weihnachtsaktion sein, bei der man Gemeinschaftssinn beweisen kann, ohne sich zu nahe zu kommen.“ Igel ist sicher, dass die Familie Wettstein auch dieses Jahr genügend Helfer für ihren ehrenamtlichen Einsatz finden wird. Die Stadt Schwetzingen hat bereits zugesagt, dass die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung für 30 Wünsche die Patenschaft übernehmen.

Auch Geldspenden sind willkommen für den Fall, dass doch noch einzelne Geschenke gekauft werden müssen. „Sollten mehr Spenden eingehen als benötigt werden, bleibt das Geld wie jedes Jahr im Kinderförderfonds. Damit unterstützen Diakonie und Caritas dann das ganze Jahr Kinder in ihrer Entwicklung“, sagt Tibor Wettstein.

Die Geschenke – hübsch verpackt und mit der Nummer versehen – sollten spätestens bis zum 14. Dezember bei der Sparkasse abgegeben werden. Die Ausgabe der Geschenke erfolgt durch die Mitarbeiter von „Appel & Ei“ dann vom 21. bis 23. Dezember bei der Arbeiterwohlfahrt. zg

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