Schwetzingen

Neugründung Initiative soll als Verein eingetragen werden

Bürger kämpfen gegen den Lärm der vielen Züge

Die Gründung ist geschafft: Die Bürgerinitiative gegen Bahnlärm in Schwetzingen besteht jetzt seit letzten Freitag. 23 Bürger hatten sich dazu im Palais Hirsch getroffen. Grund ist der in der Zukunft zu erwartende noch höhere Bahnlärm durch die Fertigstellung der Strecke Rotterdam-Genua, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiatve.

Es waren die vier Initiatoren Sabine Rebmann, Neza Yildirim, Herbert Brenner und Detlev Wartig, die ihr Projekt vorstellten und dafür Mitstreiter suchten. Brenner betonte, dass es nicht darum gehe, den Bahnverkehr zu reduzieren. Man sei sogar für eine Ausweitung des Schienenverkehrs. Dies müsse aber im Interesse der Bürger stehen und dürfe nicht zu Lasten der Gesundheit der Bürger gehen. Es bestehe kein Zweifel an der Tatsache, dass eine hohe Lärmbelästigung krank mache. Lärm werde selten als direkter Schmerz empfunden, sondern beeinträchtige unterschwellig die Gesundheit vieler Bürger.

Zahlen vom Eisenbahn-Bundesamt

In seiner Einführung stellte Herbert Brenner die auf Schwetzingen zukommenden Lärmbelastungen dar. Er informierte die interessierten Bürger darüber, dass das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hervorragende Öffentlichkeitsarbeit leiste. Alle relevanten Daten könnten dort auf der Homepage eingesehen werden.

Er erläuterte anhand einer vom EBA bereitgestellten Karte, dass Schwetzingen einer sehr hohen Lärmbelastung ausgesetzt ist. Da der sich durch den Bahnverkehr von derzeit etwa 90 000 Zügen im Jahr nach der Fertigstellung der Strecke Rotterdam-Genua nahezu verdoppeln werde, sei davon auszugehen, dass sich auch der Bahnlärm nahezu verdopple. Das bedeute nicht, dass sich die Lärmintensität, also die Lärmstärke, entsprechend entwickle, aber sie werde zu einer Dauerbelastung auf hohem Niveau – und damit in hohem Maße gesundheitsgefährdend.

Aus dem Auditorium kam die Rückfrage, ob man sich ein Ziel gesetzt habe, für die maximal zu erreichende Lärmreduzierung – also nach einer Vision. Brenner führte aus, dass es wichtig sei, jetzt zu Beginn der Planungs- und Ausführungsphase als betroffene Bürger präsent zu sein. Man müsse von Anbeginn an die Verantwortlichen bei der Bahn und die Politiker bewegen, im Interesse der Bürger zu handeln. Dazu gehöre auch, oder gerade, dass die vorgesehenen Finanzmittel für Lärmschutz konsequent im Interesse der Bürger eingesetzt würden.

Große Zustimmung

Nach dieser kurzen Erläuterung wurde im Auditorium über die Notwendigkeit der Gründung einer Bürgerinitiative diskutiert. In der Diskussion waren ausschließlich bejahende Äußerungen wahrzunehmen. Die Anwesenden waren dann einstimmig für die Gründung der „Bürgerinitiative gegen Bahnlärm in Schwetzingen“. Man kam überein, dies in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins zu tun.

Zu diesem Zweck wählten die Anwesenden aus ihrer Mitte einen Vorstand, dem die Aufgabe übertragen wurde, alle rechtlichen und formalen Schritte in die Wege zu leiten, um die Bürgerinitiative als eingetragenen Verein zu etablieren, so die Pressemitteilung der Initiative. zg

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