Schwetzingen

Schwetzinger Wiesen Harsche Kritik am Nabu und den Grünen

CDU stellt sich auf die Seite der Landwirte

Die Meinungen zum Fortbestand der Schwetzinger Wiesen gehen auseinander. Unsere Zeitung hatte bei mehreren Begehungen die Ansicht der Landwirte und verschiedener Politiker geschildert und zuletzt hatten öffentliche Forderungen der Grünen und des Naturschutzverbandes Nabu zu Diskussionen geführt. Beide hatten gefordert, das Naturschutzgebiet auszuweiten. Dagegen haben die Landwirte und die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler gewettert.

Jetzt erreicht uns folgende Erklärung der CDU Schwetzingen zu diesem Thema. Dabei bezieht sie sich auf den Artikel des Nabu in der Schwetzinger Zeitung vom 7. März: „Die CDU stellt sich deutlich auf die Seite der hiesigen Landwirte, die bereits im Artikel vom 28. Februar die Problematik der Schwetzinger Wiesen ausführlich und für jeden verständlich dargestellt haben. Umso mehr können wir nicht verstehen, wie es sein kann, dass ein eingetragener Verein wie der Nabu über die Existenz einer ganzen Berufsgruppe entscheiden will.“

Konkret kritisiert die CDU am Nabu: „Im Artikel kommt das ganze Ausmaß der Unkenntnis des Nabu und der Grünen über die hiesige Landwirtschaft zum Tragen. Es ist nun einmal Fakt, dass die Betriebe auf die Schwetzinger Wiesen angewiesen sind, speziell, wenn es solche trockenen Jahre wie 2018 gibt. Der Vorschlag, die betroffenen Landwirte mit anderen Flächen zu entschädigen ist total abwegig, weil es keine freien Flächen in der näheren Umgebung gibt. Auch die Grünen müssten wissen, dass der Landverbrauch für Baumaßnahmen in Deutschland täglich bei 70 Hektar liegt. Wo soll die Ersatzfläche also herkommen?“ „Klar ist“, so die CDU weiter, „wollte man die hiesigen Landwirte entschädigen, müsste man die Flächen anderen Landwirten wegnehmen. Eine weitere Forderung lautet, das gesamte Ackerland zu Wiesen umzuwandeln, um eine größere Artenvielfalt zu schaffen. Tatsache ist, dass es immer weniger Viehbetriebe gibt, wodurch es immer weniger Bedarf an Grünland gibt. Folge wäre eine totale Verwilderung der Landschaft. Die Wege würden zuwachsen und müssten aufwendig instandgehalten werden“, so die CDU.

Thema Bäume totgeschwiegen

Immer wieder komme der Vorwurf, es würde nur Mais angebaut. Auch das stimme nicht. Mais nehme nur 20 Prozent der Anbaufläche ein, der Rest bestehe aus Weizen, Gerste, Bohnen, Fenchel, Zuckerrüben und Blühmischungen, welche sich durch Vielfalt auszeichnen. Man fordere zudem, den Hochwasserdamm zu entfernen und das Naturschutzgebiet auszuweiten. Aber auf die häufig gestellte Frage, warum im Naturschutzgebiet 4000 Kubikmeter gesunde Bäume gefällt wurden, bekomme man keine Antwort. „Wahrscheinlich will man das Thema totschweigen, weil es keinen verständlichen Grund gibt“, vermutet die CDU. Abschließend heißt es: „Die Schwetzinger Wiesen gehören nicht nur dem Land und der Stadt, es gibt auch private Eigentümer. Will man ihnen verbieten, auf ihrem eigenen Grund und Boden Ackerbau zu betreiben? Das bringt uns zu der Frage, wie es sein kann, dass ein Verein wie der Nabu über die Existenz einer Berufsgruppe entscheiden will. Die CDU steht voll und ganz hinter den betroffenen Landwirten. Wir wollen nicht, dass die kleinen Betriebe in unserer Region zugrunde gehen, sodass es nur noch Agrarfabriken gibt, die Monokulturen anbauen.“ jüg

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