Schwetzingen

Corona statt Costa Brava

Andreas Lin findet das Angebot eines Reisebüros bemerkenswert

Wie heißt es doch so schön: Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Davon können wir alle seit acht Monaten ein Lied singen. Eine bemerkenswerte Idee kommt jetzt aus der schwer gebeutelten Reisebranche: Die Mitarbeiter von Fröhlich-Reisen haben sich dem Rhein-Neckar-Kreis als Corona-Taskforce zur Pandemiebekämpfung angeboten. Sie könnten das Gesundheitsamt unterstützen und bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen, das ist der Grundgedanke bei ihrer Anfrage.

„Wir sind professionelle Kommunikatoren, soziale Kompetenz und Flexibilität gehören zu unserem Job. Wir sind den Umgang mit vertraulichen, personenbezogenen Daten gewohnt. Wir arbeiten täglich mit prozessorientierter IT und sind in der Lage, uns schnell in neue Prozesse einzuarbeiten. Wir sind bereits da, wir müssen nicht extra untergebracht werden. Wir haben Kapazitäten frei und stehen mit ein bis zwei Mitarbeitern sofort zur Verfügung“, das hat Reisebüroleiterin Stefanie Nicolay geschrieben, zahlreiche Kollegen in Deutschland haben dieses Angebot auch schon losgeschickt.

Das wäre doch eine echte Win-win-Situation in diesen Zeiten: Die zum Teil an der Belastungsgrenze arbeitenden Gesundheitsämter bekämen etwas Unterstützung. Und die Reiseexperten, deren Branche momentan nahezu komplett am Boden liegt, hat ja Kapazitäten frei und würde durch ein mögliches Engagement auch finanziell ein klein bisschen besser durch die noch anhaltende Krise kommen.

In anderen Orten gab es schon Absagen, aber auch Zusagen: Im nordrhein-westfälischen Coesfeld helfen zehn Reisebüromitarbeiter dem örtlichen Gesundheitsamt, sie telefonieren mit Corona-Erkrankten, halten Kontakt zu ihnen, fragen, wie es ihnen geht und ob sie Symptome haben. Ich finde die Idee gut, mal sehen, ob eine Antwort vom Kreis kommt.

 
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