Schwetzingen

Aktive Bürger Jetzt lieber zu Hause bleiben und auf Kontakte verzichten / Transparenz angemahnt

Corona – Wink des Schicksals?

Archivartikel

Die Aktiven Bürger (ABS) sehen die Entwicklung des Coronavirus als Chance der Gesellschaft, um sich wieder zu einer Gemeinschaft zusammenzufinden. Einer Gemeinschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Zeit von Not und Mangel, einen unvergleichlichen positiven Aufbau vollbrachte. Es war eine gemeinsame Aufgabe mit dem Bewusstsein, dass Solidarität unter den Bürgern einen großen Platz hatte aber auch die Gewissheit vorherrschte, dass man Teil der Gemeinschaft war, darin wertgeschätzt wurde und geborgen war.

Doch was können wir nun feststellen: Dass sich eine große Zahl der Mitbürger aus dieser Solidargemeinschaft verabschiedet hat. Ein kleiner, für das menschliche Auge unsichtbarer Virus bringt den Mangel an Solidarität, an Rücksichtnahme gegenüber Mitbürgern zu Tage. Wir erleben Hamsterkäufe nach dem Motto, mir alles und anderen die andere Hälfte. Wir erleben Uneinsichtigkeit in der Vermeidung von sozialen Kontakten, aber auch ein Wegtauchen der Politiker.

Wir erleben eine Beschwichtigung der Bürger. Wir sind gerüstet, gut aufgestellt, haben Notfallpläne in der Schublade, genügend medizinisches Personal. Aber der Bürger nimmt aus eigener Erfahrung etwas anderes wahr. Da werden krebskranke Kinder aus Platzgründen an andere Kliniken verwiesen. Da werden grippekranke Kinder wie Sauerbier behandelt und Eltern müssen telefonisch in mehreren Kliniken nachfragen, ob ihr Kind behandelt wird. Termine bei Fachärzten werden erst in einigen Wochen festgelegt. Kliniken und Apotheken klagen über fehlende oder ausgehende Medikamente. Corona-Tests werden nur unter Auflagen durchgeführt.

Gibt es nicht genügend Tests oder nicht ausreichend Personal? Oder ist eine flächendeckende Testreihe einfach zu teuer? Wo ist die Transparenz und Ehrlichkeit? Und dann der Hinweis, dass Hamsterkäufe nicht notwendig seien. Dass einige Bürger nur noch wenig Vertrauen in den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen haben ist verständlich.

Solidarität der Bürger gefordert

Auf der anderen Seite ist aber auch die Solidarität unter den Bürgern gefordert. Rücksichtnahme und Zurückhaltung bei der Durchsetzung eigener Interessen müssen Vorrang haben. Wir müssen erkennen, dass ein kleiner Virus sich nicht verhält wie er sollte. Er ist unberechenbar. Jeder müsste von sich aus seine direkten Kontakte auf ein Minimum beschränken. So begrüßen die ABS die von der Rathausspitze geforderte Maßnahme, den Schlossgarten für Besucher zu schließen. Es gilt, die Risiken einer Erkrankung zu reduzieren. Die Bürger sind gefordert, dass sie überall den direkten Kontakt meiden und sich an die Abstandsregeln halten.

Es ist auch einleuchtend, neben dem medizinischen Problem auch die wirtschaftlichen Auswirkungen zu betrachten. Nur was ist wichtiger? Ein Menschenleben oder der wirtschaftliche Erfolg? Es ist überaus wichtig, dass jetzt zu Hause bleibenden Menschen ein Auskommen zugesichert wird. Auch die Stadt kann hier tätig werden. Nicht zu verstehen ist die Entscheidung der Caritas, die Appel + Ei-Läden zu schließen. Es ist nicht vertrauensfördernd, den sozial Schwächeren diese Versorgungsmöglichkeit zu nehmen. Wie können wir Bürger jetzt deren Versorgung gewährleisten?

Auf freiwilliger Basis könnten vielleicht junge Leute, die nicht in Risikogruppen gehören, oder der Bundesfreiwilligendienst aushelfen. Hier würde sich ABS mehr Kreativität wünschen. Die Solidargemeinschaft aus Verwaltung und Bürgern ist jetzt gefordert. Die ABS appellieren an den gesunden Menschenverstand, die Eigenverantwortung und die Verantwortung der Bürger! zg

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