Schwetzingen

GRN-Klinik Chefarzt Markus Bender zieht positive Zwischenbilanz der neuen Station für Akutgeriatrie

Damit Senioren schneller wieder auf die Beine kommen

Archivartikel

Müssen betagte Patienten wegen Knochenbruch, Herzinfarkt oder einem Infekt ins Krankenhaus, ist das meist nicht ihr einziges gesundheitliches Problem: Je nach Alter erschweren beispielsweise ein schwaches Herz, Durchblutungsstörungen, Diabetes, Demenz oder andere chronische Erkrankungen die Therapie oder müssen zumindest mit berücksichtigt werden. Um diesen Herausforderungen bestmöglich zu begegnen, wurde 2018 an der GRN-Klinik Schwetzingen eine Station für Akutgeriatrie eingerichtet, also für Patienten ab 70 Jahre, die neben ihren akuten noch unter weiteren Beschwerden leiden. Nach der Anlaufphase der ersten Monate zieht Markus Bender, Chefarzt für Altersmedizin und Leiter des geriatrischen Schwerpunktes des Rhein-Neckar-Kreises, nun eine positive Bilanz, heißt es in einer Pressemitteilung.

Weniger Schmerzen

„Durch die ganzheitliche und interdisziplinäre Behandlung von Anfang an erholen sich unsere Patienten im Durchschnitt deutlich besser als bisher – und das in allen Bereichen: Sie sind schneller wieder mobil, haben weniger Schmerzen, leiden seltener unter Verwirrtheitszuständen, und wir können häufiger in eine anschließende Rehabilitation statt in eine Pflegeeinrichtung entlassen,“ sagt Bender. Die für die Aufbauphase der Station eingeplanten Kapazitäten von vier Betten für Patienten, die gleichzeitig eine Frührehabilitation benötigen, sind längst vollständig ausgelastet, eine Aufstockung – auch personell – ist daher geplant.

Gerade in der Akutgeriatrie ist in besonderem Maße Teamwork und eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen wichtig. n: „In der Akutgeriatrie haben wir mehr Zeit für den einzelnen Patienten. Das senkt den Stresspegel sowohl bei Patienten als auch bei uns Pflegenden“, sagt Gesundheits- und Krankenpflegerin Simone Hodapp, die zudem gelernte Altenpflegerin ist und gerade eine Fachweiterbildung in geriatrischer Pflege absolviert.

Erklärtes Ziel der interdisziplinären Versorgung auf der neuen Station ist es – im Zusammenspiel mit der seit 2016 bestehenden Kooperation „Alterstraumatologie“ der Geriatrie und der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie – Mobilität, Selbstständigkeit und Autonomie älterer Patienten so gut wie möglich wiederherzustellen oder zu erhalten. „Das erhöht für die Senioren die Chancen, nach dem Krankenhausaufenthalt in ihr gewohntes Umfeld zurückzukehren und ihre sozialen Kontakte zu erhalten“, erläutert Altersmediziner Bender. „Möglich ist das nur mit einem eingespielten multiprofessionellen Team und – wie hier in Schwetzingen – einer hervorragenden interdisziplinären Zusammenarbeit. Denn Erkrankungen oder Verletzungen bei älteren Menschen lassen sich nie isoliert behandeln, sondern nur mit Blick auf die Gesamtsituation.“ zg

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