Schwetzingen

GRN-Klinik Depressionen können Organfunktion beeinflussen

Das geht aufs Herz

Archivartikel

Professor Dr. Bernd Waldecker, Chefkardiologe der GRN-Klinik, lud zum Vortrag „Wie Depression und Herzerkrankungen sich gegenseitig beeinflussen“ mit Gastreferent Professor Dr. Jobst-Hendrik Schultz, Oberarzt an der Medizinischen Uniklinik Heidelberg und Leiter der psychokardiologischen Sprechstunde, ein. Der Vortrag war eingebettet in die Veranstaltungsreihe der Selbsthilfegruppe Schwetzingen der Deutschen Herzstiftung. Fast 40 Interessierte hatten sich eingefunden.

Der Volksmund sagt: „Das geht mir aufs Herz“ und weist damit auf etwas hin, das zunehmend auch wissenschaftlich bewiesen wird. 2004 sei eine Studie erschienen, die für Aufsehen gesorgt hätte, weil sie den Verdacht wissenschaftlich untermauern würde. Professor Dr. Jobst-Hendrik Schultz berichtete über die lange Geschichte des Zusammenhangs zwischen Depression und koronaren Herzerkrankungen (KHK). So sei bis heute bekannt, das Antiochos, Sohn des König Seleukos, der vor rund 2300 Jahren im heutigen Syrien lebte, aufgrund tiefer Traurigkeit unter Herzrhythmusstörungen gelitten hätte.

Nach einem Infarkt sei die Sterberate von Depressiven im Schnitt um fast das Siebenfache höher als die von Patienten mit einer optimistischen Einstellung. Zum Teil wisse man zwar noch nicht genau, was im Körper abliefe, aber auf Basis des Stoffwechsels gäbe es signifikante Unterschiede und selbst die Zellen und Blutbahnen würden negativ beeinflusst. Es gäbe ein deutlich höheres Risiko eine KHK zu bekommen, selbst ohne eine Vorerkrankung. Bei 30 bis 50 Prozent der Patienten bleibe eine depressive Erkrankung in den „Praxen da draußen“ unentdeckt, so der Experte. Im Zweifelsfall sei es am besten, mit einer Überweisung in die psychokardiologische Sprechstunde nach Heidelberg zu kommen. Denn Behandlungsmöglichkeiten gäbe es viele – mit und ohne Antidepressiva. Dort würde dann schnell festgestellt werden, ob man betroffen sei.

Professor Dr. Bernd Waldecker betonte: „Es ist ein Glück, dass wir Sie ganz in der Nähe haben“ und dankte für den Vortrag. Er hatte die Selbsthilfegruppe vor rund 17 Jahren ins Leben gerufen. Gasthörerin Gisela Hovmann aus Plankstadt notierte sich gleich die Heidelberger Nummer: „Ein wichtiges Thema, ich gehe auch zu Vorträgen an die Uni.“ mon

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