Schwetzingen

Aufbruch 2016 Gunter Zimmermann referiert über den Aufsatz des evangelischen Theologen Richard Schröder

Das „Geschäft der Schlepper“ massiv kritisiert

Archivartikel

Angesichts der anhaltenden Diskussion um den Einsatz von NGOs im Mittelmeer fasste Pressereferent Dr. Gunter Zimmermann bei einer Sprecherratssitzung der Initiative Aufbruch 2016 einen Aufsatz des evangelischen Theologen Richard Schröder aus Berlin zusammen, der den Hintergrund der „angeblichen Seenotrettung realistisch beschreibt“, so heißt es in einer Pressemitteilung von Zimmermann selbst.

Zunächst flöhen die Menschen, die die Schlauchboote bestiegen, laut Schröder nicht vor einer Gefahr in ihrer Heimat, sondern sie suchten die Chancen, die ihnen ihrer Ansicht nach Europa biete. Sie gehörten nicht zu den Ärmsten der Armen: Wer den Schlepperbanden 10 000 Euro für die Überfahrt zahlen könne, sei mindestens Mittel-, wenn nicht gar Oberschicht. Dass die Not afrikanischer Staaten durch die Auswanderung junger Männer nicht behoben werden könne, müsse jedem klar sein, vor allem deutschen Politikern, die über mehr Informationen als die Bevölkerung verfügten.

Der Weg ins Paradies

Dazu nannte der Referent einen konkreten Fall: Ein Schlosser in Senegal habe seinen gut gehenden Betrieb in Senegal verkauft, um sich auf den Weg „ins Paradies“, nach Europa, zu begeben: „Wem ist mit derartigen Aktionen eigentlich gedient?“

Zwischen den Schlepperbanden und den Seenotrettern gebe es eine – unabsichtliche oder absichtliche – Übereinstimmung in den materiellen Interessen. Für die Schlepper sei klar: Je mehr Personen sie in seeuntüchtige Schlauchboote setzen und je mehr von fanatischen Helfern gerettet würden, um so höhere Preise könnten sie verlangen. Umgekehrt gelte für Seenotretter: Je mehr Personen sie retten, desto mehr Spenden können sie eintreiben“, so Zimmermann in seinem Referat.

Eindeutig sei die Rechtslage: Wenn die Seenotretter Menschen, die sich aus eigenem Willen heraus in Seenot begeben – an sich eine strafbare Handlung – aufgreifen und nach Italien oder Malta, also nicht in die nächsten Häfen brächten, leisteten sie Beihilfe zur illegalen Einwanderung und seien somit zu verurteilen. Dass sie darüber hinaus ohne alle Bedenken die Folgekosten dieser kriminellen Hilfe zur illegalen Immigration Italien, Malta oder den anderen Staaten der Europäischen Union auflasteten, sei verwerflich und nicht nur juristisch, sondern auch theologisch-ethisch aufs Schwerste zu verurteilen, zitiert Zimmermann den Theologen Schröder. Diese eindeutigen Äußerungen seien nur in der Nische theologischer Fachorgane zu lesen gewesen, bedauerte Zimmermann abschließend noch. zg

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