Schwetzingen

Rund ums Lutherhaus Unter der Regie von Stadtmarketing-Geschäftsführerin Anne-Marie Ludwig wird die Innenstadt zur Genuss- und Kulturmeile

Das kann man kaum noch toppen

Archivartikel

„Wieder mal ein tolles Fest.“ – „Wenn Schwetzingen feiert, ist immer was geboten, das kann man kaum noch toppen. Schwetzingen ist die Perle der Kurpfalz und eine Stadt mit Herz.“ – „110 Prozent Zustimmung.“: Diese Kommentare begleiteten die Fotodokumentation zum Spargelsamstag auf unserer Facebook-Seite. Und auch viele Festbesucher in der Stadt teilten diese Meinungen. Der Trupp um Organisatorin Anne-Marie Ludwig, Geschäftsführerin des Stadtmarketings, hatte einen fantastischen Aktionstag mit einer Menge Genuss, Kultur, Mitmachaktionen und viel zu schauen auf die Beine gestellt. So viel, dass es manch einer nicht schaffte, sich alles anzusehen. Dazu spielte das Wetter perfekt mit.

Schlossplatz, Dreikönigstraße, Mannheimer Straße, Kleine Planken, Carl-Theodor-Straße, Pfarrhof von St. Pankratius – überall wurde etwas geboten. Nicht zu vergessen die Geschäfte, auch die, die auch außerhalb des genannten Areals lagen, und den Spargelsamstag mit Aktionen und verlängerten Einkaufszeiten bereicherten. Es ist immer wieder beachtlich, wie sich Vereine und Institutionen mit in solche Feste einbringen. Zumeist sind es dabei immer dieselben Protagonisten, doch sie sind ein leuchtendes Beispiel, wie eine lebendige Stadt funktionieren kann: Sängerbund, TV 1864, Stadtkapelle, Böllerschützen, Carneval-Gesellschaft, Liederkranz, Alive Vocals, Capoeira-Verein, griechische Gemeinde, Ballettschule Benkeser, Tanzschule Kiefer, Hebel-Gymnasium, Schimper-Gemeinschaftsschule und Volkshochschule sowie der unermüdliche Detlev Helmer mit Chören der evangelischen Kantorei seien hier genannt – dazu die Spargelgenossenschaft sowie die Landfrauen. Gewerbetreibende wie Ole Tischmacher, die Bäckerei Utz, Peter „Pitsches“ Solert, Rudi Müller von Spirituosen Futterer und Koch Tommy R. Möbius mit Freunden vertreten das genussvolle Schwetzingen gegenüber seinen Bürgern und Besuchern. Ganz zu schweigen von Unternehmen wie den Stadtwerken, Küchen Kall und Möbel Höffner, die präsent waren.

Sogar Zeyher schaut vorbei

Der Vormittag des Spargelsamstags begann recht entspannt, auf den Kleinen Planken herrschte der meiste Betrieb. Kein Wunder: Auf der Bühne dieser Zeitung lockte die zum Fest vom Namen her passende Asparagus Bigband der Stadtkapelle mit flotten Melodien die Besucher schon vor der offiziellen Eröffnung an. Dieser wurde schließlich von einem Gros an Hoheiten begleitet: Moderator Andreas Lin und Oberbürgermeister Dr. René Pöltl freuten sich als einzige männliche Vertreter über die vielen hübschen Damen an ihrer Seite. Neben Schwetzingens amtierender Spargelkönigin Janine Renkert kamen auch deren drei Vorgängerinnen: Jennifer Peter, Tanja Brandenburger und Katharina Becker ein. Jennifers Tochter Annika – im Publikum – hatte sich das T-Shirt „Spargelkönigin 2029“ übergezogen – zukünftige Spargelfeste sind also schon mal royal gesichert. Daneben reihten sich Reilingens Erdbeer- und Spargelprinzessin Nikola, Walldorfs Spargelkönigin Nadine II., Wachenheims Weinprinzessin Svenja und Karlshulds Rosenkönigin Theresa ein.

Außer den Bayern waren die Franzosen aus Lunéville, die Ungarn aus Pápa und die Nordamerikaner aus Fredericksburg mit Delegationen und Angeboten vertreten. Bei Marie Viroux und ihren Freunden schmeckte der französische Champagner und der feurige Mirabellenschnaps, die Ungarn hatten neben kulinarischen Raffinessen Tischdecken mit dem berühmten Blaudruck und viele andere Dekorelemente mitgebracht. Zudem wandelte der französische Hofstaat durch die Straßen und unterstützte den hiesigen. Nicht nur die gewandeten Damen (eine mit Mops) und Herren waren beliebte Fotomotive, sondern auch das Zeitungsmaskottchen Fred Fuchs. Die Kinder kuschelten mit ihm und feuerten den pelzigen Kumpel beim Spargelscheesenrennen an.

Zur Eröffnung gab’s auch ein bisschen Historie, so, wie sich das zum Jubiläum „350 Jahre Spargelanbau in Schwetzingen“ gehört: Birgit Hiefner-Konietzko spielte die Spargelfrau, Christoph Bühler den Schlossgärtner Johann-Michael Zeyher. Sie zitierten unter anderem aus dem Buch „Spargelspitzen in Weißwein gesotten“ von Wolfgang Schröck-Schmidt, Joachim Kresin, Josef Walch und Birgit Rechlin, die darin die Geschichte des Spargelanbaus in Schwetzingen kredenzen. Und das dabei durchaus die Erotik eine Rolle spielte, übersetzte auch Gebärdendolmetscherin Caroline Peretto, die die Eröffnung für Gehörlose begleitete. Ein schönes Zeichen in Zeiten, in denen viel über Inklusion geredet wird: Hier wird gehandelt. Zwei blaue Rampen über Kabelkanäle erleichterten Rollstuhl- und Rollatorfahrern auch auf den Kleinen Planken das Überwinden der Barrieren. Eltern mit Kinderwagen und Radfahrer freuten sich ebenfalls darüber.

Den gesamten Tag über herrschte rund ums Lutherhaus munteres Treiben. Mit dem Team der Tanzschule Kiefer wurde zudem getanzt – auf und vor der Bühne. Leiterin Andrea Kiefer erzählte dabei vom Auftritt der Kinder im ZDF-Fernsehgarten tags drauf und lud immer wieder zum Mitmachen ein. Der Gospelchor der Kantorei, die Alive Vocals, die Musikklasse des Hebel-Gymnasiums, die SchwetzSingers und schließlich die Ballettschule Benkeser sorgten in den Nachmittagsstunden für Kurzweil. Mit DJ Royal von SWR 3 rückte dann die Party in den Vordergrund – er heizte für die Abendstunden ein und brachte Bewegung in die Massen. Viele Gäste suchten derweil Schatten an den Biertischgarnituren neben der Volkshochschule. Am Stand unserer Zeitung schminkten Oana Weber und Birgit Schotter Kindergesichter wie am Fließband und schauten dabei ihn viele glückliche Löwenminen und Feenaugen. Weinexperte Ole Tischmacher fachsimpelte an den Stehtischen seines stets umlagerten Wagens über den Jubiläumswein „3hundert50“, einen wirklich feinen Silvaner, dessen 1200 Flaschen schon fast ausverkauft sind, und überlegte sich zusammen mit Harald Zimmermann von der Alten Wollfabrik (mit Augenzwinkern) eine neue Auflage fürs nächste Jahr: nämlich „3hundert51“.

Massen feiern „Amokoma“

„Danke an dir hervorragende Arbeit der Mädels vom Stadtmarketing. Bis und Detail alles geplant ... selbst die Blümchen auf den Tischen“, würdigte auf der Facebook-Seite unserer Zeitung eine Besucherin. Und wahrlich: Die Tische waren mit Gebinden (samt Spargel) geschmückt und stets gut belagert. Hierher zog man sich gerne zurück, um ein Gläschen zu trinken oder zu speisen: Pork Royal mit grünem Spargel und Orangen-Hollandaise, Spargelsalat, aber auch Beef Burger und Currywurst fanden bei Tommy R. Möbius und Freunden ihre begeisterten Abnehmer.

Das „Cool Cats Orchestra“ war ganz nach dem Geschmack vieler und die „Schlagerpiraten“ legten einen fulminanten Premierenauftritt Schwetzingen hin und fanden viele neue Fans. Die hat der Top-Act des Abends bereits über die Grenzen der Region hinaus: Dicht an dicht drängten sich die Besucher, als „Amokoma“ mit bestem Funk loslegte. Das Publikum feierte zu Covertiteln von Prince über Michael Jackson und Justin Timberlake bis hin zu Kool and the Gang. „Top Band . . . die waren schon vor 15 Jahren auf den Weinfesten vertreten. Unglaublich, wie die Barry White nachsingen“, lobte einer unserer Facebook-Freunde.

„Gesamtkonzept bewährt“

„Dieser Jubiläums-Spargelsamstag lässt mich zutiefst glücklich in die neue Woche starten“, ist Stadtmarketing-Geschäftsführerin Anne-Marie Ludwig am Ende zu entlocken. „Die Schwetzinger und ihre Gäste haben ausgelassen gefeiert und der Tag war rundum von guter Stimmung geprägt. Einfach ein Tag zum genießen! Es waren rund um die Uhr so viele Menschen unterwegs, dass ich fest davon überzeugt bin, dass der Spargelsamstag sich zu einem Fest mit regionaler Strahlkraft entwickelt hat. Auch die Akteure mit ihren Ständen, Bühnenauftritten und Mitmachaktivitäten haben mir dies bestätigt. An der Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die ein Fest in dieser Größenordnung ermöglicht haben – in das sind viele, denn das Meiste passiert im Vorfeld und im Verborgenen. Es gehört viel Engagement und Idealismus dazu!“

Doch: Nach dem Fest ist vor dem Fest. „Wir haben bis zum 4. Mai 2019 Zeit, uns Gedanken über Motto und Inhalte zu machen. Erste Ideen gibt es schon, so hatten wir beispielsweise schon lange kein Kinderfest mehr“, blickte sie schon wieder voraus. Am Gesamtkonzept werde sich nicht viel ändern, da es sich nun zum zweiten Mal bewährt habe, so Ludwig. „Ab und an kommt der Wunsch nach einem zweitägigen Fest und das Bespielen weiterer Straßenzüge, so wie es in der Vergangenheit der Fall war. Doch das lässt sich schlicht nicht finanzieren und deshalb halte ich die zeitliche und räumliche Konzentration für das richtige Modell“, verdeutlichte sie und ergänzte: „Lieber hier an der Qualität des Angebots feilen und alle uns zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle nutzen, um den Spargelsamstag in der Region noch bekannter zu machen.“ Das sollte mit dem Samstag einmal mehr gelungen sein.

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