Schwetzingen

Gedenkjahr Evangelische Gemeinde und Volkshochschule holen interessante Ausstellung in die Stadtkirche

Dem Theologen Karl Barth zu Ehren

Archivartikel

Zum 50. Todestag von Karl Barth am 10. Dezember 2018 wurde für 2019 sein Gedenkjahr ausgerufen. Karl Barth gilt als der größte Theologe des 20. Jahrhunderts. Über Jahrzehnte hinweg hat er die theologische und kirchliche Situation in Deutschland mitgeprägt und in der Auseinandersetzung mit der liberalen Theologie des 19. Jahrhunderts (Schleiermacher), mit der Naziideologie der 1930er Jahre (Barmer Theologische Erklärung) und mit seiner kirchlichen Dogmatik in Vorlesungen vorgetragen. Sie gilt heute noch als Grundlage im Theologiestudium in aller Welt und fasst seine Vorlesungen in Bonn und Basel zwischen 1932 und 1987 in 13 Bänden mit über 9000 Seiten zusammen.

Der frühere Schwetzinger Dekan Werner Schellenberg hat selbst drei Semester lang bei Karl Barth in Basel studiert und gehörte einem Freundeskreis an, der sich immer donnerstags traf, um die Dogmatik und aktuelle Entwicklungen zu diskutieren. Er hat maßgeblich daran mitgewirkt, dass das Thema Ende dieses Jahres in Schwetzingen eine Rolle spielen wird und für unsere Zeitung folgenden Vorbericht verfasst.

Karl Barths Theologie ist wirklichkeitsnah, ausgehend vom Wort Gottes im Alten und Neuen Testament hinein in die kirchliche, gesellschaftliche, politische Wirklichkeit der sich stets verändernden Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg bis in die 1950er und 1960er Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

Karl Barth war eine Kämpfernatur mit klaren Meinungen und Entscheidungen, „ein Mensch im Widerspruch“ und zugleich mit einem heiteren, fröhlichen Wesen, „Gottes fröhlicher Partisan“ nannte ihn der Spiegel einmal auf einem Titelbild im Jahre 1959.

Damals am Tisch im „Bruderholz“

Schellenberg schreibt: „So habe ich ihn selbst erlebt während meines Studiums bei ihm in den Jahren 1956/57 in Basel in Vorlesungen, Seminaren und in der Sozietät, in der wir im kleinen Kreis im Restaurant „Bruderholz“ in Basel bei Bier und Pfeifenrauch seine kirchliche Dogmatik diskutierten.

Die Wanderausstellung im Karl Barth-Jahr mit dem Titel „Schweizer, Ausländer, Hetzer, Friedensstörer“ zeigt in der Evangelischen Stadtkirche ab dem 22. November dieses Jahres den Lebensweg und die Wirkung Barths von 1886 bis zu seinem Tod in Basel am 10. Dezember 1988.

Die Evangelischen Kirchengemeinden Schwetzingen und Oftersheim wollen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, der Evangelischen Erwachsenenbildung und dem Evangelischen Dekanat Südliche Kurpfalz mit dieser Wanderausstellung und Vorträgen bedeutender Barth-Interpreten sein Lebenswerk vorstellen und nach seiner heutigen Bedeutung für Kirche und Theologie befragen.

Folgende Veranstaltungen sind geplant: Freitag, 22. November, 18 Uhr, in der Stadtkirche: Eröffnung der Wanderausstellung bei einem Gottesdienst mit Rundgespräch von Pfarrer Steffen Groß, Dekan i.R. Werner Schellenberg und Dr. Peter Zocher, dem Leiter des Karl-Barth-Archivs Basel und Herausgeber der Karl-Barth-Gesamtausgabe.

Dienstag, 26. November, 20.30 Uhr in der Volkshochschule: Vortrag von Prälat Prof. Dr. Traugott Schächtele: „Von Safenwil nach Schwetzingen“, Karl Barth, der große Theologe des 20. Jahrhunderts und seine Bedeutung für die Gegenwart.

Donnerstag, 28. November, 15 bis 16.30 Uhr, in der Stadtkirche: Ausstellungsrundgang mit Dekan i.R. Werner Schellenberg mit eigenen Erlebnissen aus seiner Studienzeit bei Karl Barth in Basel 1956/57.

Dienstag, 3. Dezember, 19 bis 20.30 Uhr in der Volkshochschule: Vortrag von Dr. Georg Pfleiderer, Professor für Dogmatik und Ethik an der Universität Basel (das war Karl Barths Lehrstuhl von 1935 bis 1962), „Antiapokalyptische Apokalyptik, zur Deutung der Theologie Karl Barths“.

Zur Wanderausstellung und zu den Vorträgen ist der Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten. jüg/zg

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional