Schwetzingen

Kunst Große Publikumsresonanz bei der Eröffnung des zweiten Teils von "wieArt" / Zusage der Schlossverwaltung für Ausstellung in den nächsten beiden Jahren

Den Mut haben, unzeitgemäß zu sein

Auch bei der Vernissage zum zweiten Teil der "wieArt"-Ausstellung platzte die Orangerie aus allen Nähten. So viele Menschen sind gekommen, um sich ein Bild über die zeitgenössische Kunst der Region zu machen. Unter dem Titel "augenweiTe" bietet die Ausstellung einen umfassenden Überblick repräsentativer Werke aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Keramik, Schmuck, Stein und Holz der Künstlergruppe.

"Wir wollen auch diesmal mit einer kontrastreichen Schau, die die Vielfalt und große Bandbreite unserer Künstler widerspiegelt, beeindrucken", sagte Vorsitzende Elfriede Breitwieser. "Für uns ist es ein Glück, Werke unserer Künstler in diesem wunderbaren historischen Ambiente präsentieren zu dürfen."

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte sie zudem, dass der erste Teil der Vernissage ein großer Erfolg war: "Die Ausstellung war stets gut besucht und wir bekamen viel positives Feedback." Dass es eine Fortsetzung geben wird, ist selbstverständlich, "die Schlossverwaltung hat uns bereits bis 2019 die Orangerie zugesagt. So können sich Kunstliebhaber auch im Juli 2018 auf eine neue Ausgabe freuen".

Zum Programm der Vernissage gehörte auch die Performance der Künstlerin Ulrike Grimm. Sie hatte den originellen Einfall, sich vor den Augen des Publikums den nackten Körper von Esmeralda Deike, ebenfalls Mitglied der Künstlergruppe, im Roboter-Look bemalen zu lassen.

Mensch und Maschine

Anschließend zeigte sie eine Tanz- und Bewegungsperformance mit dem Titel "Mensch und Maschine", die in Anlehnung an Fritz Langs Stummfilm "Metropolis", einem Meisterwerk von 1927, geschaffen wurde. Die Zuschauer waren begeistert, denn Grimm stellte im Tanz sehr anschaulich das spannungsvolle Verhältnis zwischen Mensch und Maschine dar. Ihre ruckartigen Bewegungen im Rhythmus des Songs "Die Roboter" der deutschen Kultband "Kraftwerk" machten deutlich, wie sehr Computer das Leben der Menschen bestimmen, wobei Menschlichkeit und Freiheit immer mehr auf der Strecke bleiben.

Wie engagiert die anwesenden "wieArt"-Protagonisten Kunstwerke schaffen, zeigte der zweite Vorsitzende Michael Maier auf. Neben neuen waren auch einige Künstler mit Arbeiten zugegen, die schon im ersten Teil vorgestellt wurden. Hier seien nur noch jene erwähnt, die neu hinzugekommen sind.

Über die ungewöhnlichen Holzskulpturen der Heidelbergerin Hildegard Schlautmann-Dobler, die in der Ausstellung zu bestaunen sind, sagte Maier, sie habe den Mut, unzeitgemäß zu sein. Johanna Kegebein aus Zwingenberg zeigt Acrylgemälde auf Holzkeilrahmen, während Ulrich Völker aus Rauenberg sich "vor der unvergleichlichen Schönheit antiker Kunstwerke verneigt und mit seinen Arbeiten auf deren Einzigartigkeit aufmerksam macht".

Die Malereien des Wieslocher Künstlers Hermann Wintoch "spiegeln meine wahre Seele, sie sind Teil von mir", sagt er. Dem Zufall gibt Ursula Ehemann-Kleinert in ihren Arbeiten eine Chance, denn ihre Bilder entstehen intuitiv, spontan. Gisela Adis aus Walzbachtal malt das, was sie berührt, Landschaften, Menschen, Stimmungen.

Motive des Schlossgartens

Formen, die bereits im Stein enthalten sind, befreit der Bildhauer Manfred Pröbster aus Nußloch und Hans Deimann aus Schwetzingen stellt Motive des Schlossgartens ins Zentrum seiner figurativen Malereien. Durch die malerische und farbliche Gestaltung ihrer Fotografien gelingt es Sigrid Brenner aus Andernach, Stimmungen und Charaktere darzustellen.

Die abstrakten Motive in den Ölmalereien Christine Kesslers aus Hirschberg offenbaren das, was tief in ihrem Inneren liegt. Mit ihren Werken möchte die aus Östringen kommende Eva Witkowski dem Betrachter Gedanken und Gefühle entlocken, die unter der Oberfläche schlummern, und der Wieslocher Klaus Havranek lässt ihm viel Freiheit zur eigenen Interpretation zu.

Ihre Vorliebe gilt kräftigen und klaren Farbbildern, sagt Maier über die Arbeiten der Künstlerin Ursula Schwind aus Ludwigshafen und über Wolfgang Wallowy aus Walldorf, dass er durch seine Aufenthalte in Australien die Kunst der Ureinwohner kennenlernte und dies in seinen Werken zu sehen sei.

Elke Emma Edinger aus der Pfalz habe der lieblichen Landschaft dort einen ganzen Mal-Zyklus gewidmet und Esmeralda Deike aus Mühlhausen präsentiert Ölbilder, über die sie sagt: "Wir leben die Träume und die Welt, die wir uns jeden Tag schaffen."

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