Schwetzingen

Hospizgemeinschaft Rotary-Club Schwetzingen-Kurpfalz spendet 7500 Euro aus Kalenderverkauf

Der Tod – ein Kompass für gelingendes Leben

Archivartikel

Der Tod ist ziemlich weit weg. Er sei am Ende zwar für jeden da, so Brigitte Wenz von der Hospizgemeinschaft Schwetzingen. Aber sein öffentlicher Wahrnehmungsquotient sei doch eher klein. Die allgemeine gesellschaftliche Devise, so weit und so lang als möglich wegschieben. In den Augen Wenz’ ziemlich genau der falsche Weg im Umgang mit dem Tod. Für sie und ihre ehrenamtlichen Mistreiter ist der Tod eine Art Kompass für gelingendes Leben.

Und deswegen haben sie über ihre normale Arbeit der Begleitung von Sterbenden und Angehörigen hinaus, vor einiger Zeit auch das Projekt „Hospiz macht Schule“ auf die Schienen gebracht. Ziel ist Kindern von dritten und vierten Klassen für dieses so grundlegend wichtige Thema altersgerecht zu sensibilisieren. Ein Projekt, das bei den Rotariern offensichtlich auf Begeisterung stieß. Es war, so die Präsidentin des Rotary-Clubs Schwetzingen-Kurpfalz, Beate Becker, jedenfalls völlig unstrittig, dass der Ertrag über 7500 Euro aus dem Kalenderverkauf 2017, auch wegen dieses speziellen Projekts, der kurfürstlichen Hospizgemeinschaft zugute kommt.

Persönliche Beratung wichtig

Die wichtigste Aufgabe der Hospizgemeinschaft, sagen die beiden Hospizbegleiter Claudia Dieter und Franz Hauns, sei die persönliche Beratung und Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden und deren Angehörigen. „Darüber hinaus bieten wir auch Hilfe bei Patientenverfügungen, Vollmachten und Betreuungsverfügungen.“

Und neuerdings gehen speziell ausgebildete Hospizbegleiter auch an Schulen und erklären Kinder der dritten und vierten Klasse die Hospizarbeit und beantworten Fragen rund um den Tod und das Sterben. Eigentlich, so Wenz, hätten die Kinder einen recht unverstellten Blick auf den Tod. Es sei eher so, dass Eltern Berührungsängste hätten.

Wenn man die Kinder ernst nehme, würden wunderbare Gespräche entstehen – auch aus Erwachsenen-Sicht. Am aufwändigsten und am teuersten ist die Ausbildung von ehrenamtlichen Hospizbegleitern. Und in dieser Hinsicht kommt die Spende zur rechten Zeit. Eine Ansage, die Becker sichtlich freute. Dieses Engagement sei enorm wichtig und von grundlegender Bedeutung hinsichtlich des Anspruchs eine anständige Gesellschaft sein zu wollen.

Natürlich entscheidet sich dieser Anspruch nicht nur im Umgang mit schwer kranken und sterbenden Menschen, aber er entscheidet sich eben auch mit an dieser Stelle. ske

Info: Weitere Informationen über die Arbeit der Hospizgemeinschaft sowie Möglichkeiten zur Ausbildung zum Hospizbegleiter finden sie unter www.hospizgemeinschaft-schwetzingen.de.

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