Schwetzingen

Schlossgarten Trockenheit beschädigt Bäume stark

„Die Hälfte der Buchen ist fast tot“

Archivartikel

Schwetzingen.Die Baumkronen sind licht, an manchen Ästen haben sich gar keine Blätter mehr gebildet: Die Situation im Schwetzinger Schlossgarten ist dramatisch – die Bäume dort sehen aus, als wäre es gerade Herbst oder sogar Winter. Hartmut Troll, der zuständig für die historischen Gärten ist, hat den Klimanotstand ausgerufen. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Michael Hörrmann, will er nun Lösungen finden.

„Eiche und Buche sind für den Schlossgarten wie ein Kunstwerk. Uns ist es wichtig, die Originalität zu beachten. Wir können nicht einfach diese Arten absterben lassen und dann irgendetwas pflanzen, was hitzebeständiger ist“, erklärt Troll. 50 Prozent der alten Buchen seien bereits so stark geschädigt, dass sie nicht mehr austreiben. „Die Hälfte der Buchen ist also fast tot“, sagt er.

Mit verschiedenen Mitteln versuchen die Verantwortlichen, die Lebensumstände für die Bäume zu verbessern. Etwa mit Naturverjüngung: Sämlinge der Altbestand-Bäume werden in Baumschulen gezogen. „Um Jungbäume zu erhalten, die sich direkt an das trockene Klima gewöhnen“, erklärt Troll. Durch den sandigen Boden und die Absenkung des Grundwasserspiegels bekommen die Bäume zudem nur durch den Regen Wasser. Eine neue Biokohle könnte dafür die Lösung sein. Sie wird in den Sand eingearbeitet und speichert Nährstoffe. „Wir sind aber noch am Anfang unserer Forschung“, erklärt Hörrmann. 

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