Schwetzingen

Benefizaktion Idee zum Stadtjubiläum geboren / Sechs engagierte Frauen sammeln 11 500 Euro für soziale Institutionen

Die Herzdamen verabschieden sich

Sie werden fehlen. Die sechs Herzdamen Gundula Sprenger, Maria Teubner, Gudrun Weinmann, Anne-Marie Ludwig, Christiane Drechsler und Andrea Baisch quittierten den Dienst als kurfürstliche Herzdamen. Es war, so die Sechs unisono, eine schöne Zeit. Aber alles müsse irgendwann enden. „Es ist an der Zeit, dass dieser Job nun von allen gemacht wird“, sagte Christiane Drechsler.

Es sei so einfach, ein Lächeln in das Gesicht des Gegenübers zu zaubern. Und das Lächeln gehöre zu den wenigen Dingen, die keine Knappheit kennen. Im Gegenteil, je häufiger es genutzt würde, umso mehr würde es davon geben.

Geboren wurde die Idee „Schwetzingen zeigt Herz“ zum großen Jubiläumsjahr 2016. Die Frage vor der das Sextett stand, lautete, wie verzaubert man den Alltag, derer, die nicht per se im Licht der Öffentlichkeit stehen. Dabei war schnell klar, dass es da keiner großen Aktionen bedarf. Kleine Gesten und Zeichen genügen, um etwas mehr Herz in die kurfürstliche Residenz zu tragen. Dabei wirken diese kleinen Gesten rückblickend betrachtet übrigens gar nicht mehr so klein. Am Ende waren es rund 11 500 Euro, die die Herzdamen an verschiedenste soziale Institutionen verteilen konnten. Ziel der Umverteilung waren vor allem Kinder und Jugendliche.

Fußballteam unterstützt

So ermöglichten sie dem Jugendzentrum „Go in“ Palettenmöbel für den Außenbereich, unterstützten die Einrichtung der Fahrradwerkstatt und das Projekt „Future Hero“ des Jugendbüros, ermöglichten der Hospizgemeinschaft die Anschaffung eines Beamers und einer Leinwand und finanzierten kleine Ausflüge des Frauencafés. Von großem Erfolg gekrönt war die Unterstützung der Fußballmannschaft „Unified Schwetzingen“, bei der Spieler mit und ohne Handicap gemeinsam kicken. Das Team besteht aus Schülern der Comenius- und der Schimperschule. Die gesponserte einheitliche Ausrüstung stärkte den Mannschaftsgeist dieser inklusiven Truppe derart, dass sie gerade in Kiel bei der deutschen Meisterschaft die Silbermedaille ergatterten. Gefreut hat sich auch Andrea Kroll, dass die Mobile Jugendarbeit dank zweier Fahrräder etwas mobiler geworden ist.

Einzeln ist das alles nicht weltbewegend, aber in der Gesamtschau verberge sich hier ein großer Schritt in Sachen freundliches Schwetzingen. Ein Satz, der auch für die Aktionen gilt, die die Herzdamen aus dem Boden gestampft haben. Von der Versteigerung der Herzschlösser (hängen heute am Zaun zum Bellamar) und einem langen Einkaufssamstag unter dem Motto „Schwetzingen zeigt Herz“ über eine Cocktailaktion und die legendäre Herztombola sowie die „Höffner Möbel Tombola“ bis hin zur Weihnachtsverlosung des Stadtmarketings und dem Fotowalk mit Horst Hamann, erwiesen sich die Herzdamen in Sachen sprudelnden Spendenquellen als enorm erfinderisch. Es braucht nicht viel, ein wenig Herz zu zeigen. Ungekehrt proportional dazu steht das Ergebnis. Einige Aktionen und Gesten und das freundliche Schwetzingen strahlt geradezu. Die sechs haben einmal mehr bewiesen, aus Herzlichkeit und Freundlichkeit kann schnell eine kleine Lawine werden, die fast alle mitreißt. ske

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