Schwetzingen

Bellamar Leiter Alexander Happold zieht einige Tage nach Öffnung positive Bilanz / Am Sonntag sind über 900 Besucher gekommen / Gäste loben Konzept

„Die Kinder haben das Freibad vermisst“

Archivartikel

Die Sonne strahlt am Montagmittag vom Himmel und es ist heiß – perfektes Wetter für eine Abkühlung im Freibad. Ein Junge springt mit Schwung vom Sprungbrett in eines der Becken des Freizeitbades Bellamar, das seit einer Woche wieder geöffnet hat (wir berichteten). Die grüne Liegewiese, die unter normalen Umständen bis auf den letzten Platz belegt wäre, ist fast ganz leer. Generell läuft im Bad wegen der Corona-Krise einiges anders als sonst: Die Gäste kommen in drei verschiedenen Schichten und melden sich vorher online an. Am Eingang ist erst einmal Hände desinfizieren angesagt, bevor es ins Bad geht. Neongrüne Pfeile auf dem gepflasterten Boden weisen den Besuchern den Weg, Ein- und Ausgang sind voneinander getrennt. Ins Becken geht es nur mit einem Armband – so kann geprüft werden, wie viele Besucher aktuell im Becken sind. Den Spaß am Freibad lassen sich die Badegäste durch die Regeln und Vorgaben aber nicht nehmen: Zufrieden spielen die Kinder Milla, Robin und Ava im Sand. Sie sind mit ihren befreundeten Müttern zum ersten Mal seit Beginn der Krise wieder im Bellamar.

Willkommene Abwechslung

„Es ist wirklich praktisch, dass man dank der Reservierung schnell ins Bad kommt und nicht lange in der Sonne anstehen muss“, sagt Katharina Schäfer aus Heidelberg im Gespräch mit unserer Zeitung, während Milla den Sand durch ein Sieb rieseln lässt. „Gerade mit Kleinkindern ist es hier wirklich sehr angenehm“, findet auch Julia Herzog, die extra aus Mannheim gekommen ist. Auch die zeitliche Einteilung der Schichten sei gut gewählt – von 11 bis 17 Uhr werde sie in nächster Zeit auf jeden Fall öfter mit ihren Kindern nach Schwetzingen fahren. „Es ist auch super, vorher zu wissen, dass man sicher ins Freibad darf und nicht umsonst herfährt und ansteht. Das ist nicht überall so“, fügt Herzog hinzu. Das Freibad sei an heißen Sommertagen für die Kinder eine willkommene Abwechslung, die sie sehr vermisst haben.

Zufrieden ist auch Bäderleiter Alexander Happold. „Am Sonntag waren die zweite und dritte Schicht komplett ausgebucht – wir hatten also über den Tag verteilt über 900 Besucher hier. Trotzdem hat alles wunderbar geklappt. Unsere Gäste zeigen sich verständnisvoll und auch die Mitarbeiter haben sich schnell an die neuen Abläufe gewöhnt“, zieht er eine erste kleine Zwischenbilanz. Rund acht Personen arbeiten je nach Bedarf pro Schicht im Bellamar. Das sind genauso viele Mitarbeiter, wie im vergangenen Jahr im Hallen- und Freibad zusammen gearbeitet haben. Eine Mund-Nase-Maske müssen die Besucher nur im Eingangsbereich tragen. Das Hauptthema seien laut Happold die 1,5 Meter Abstand, die überall einzuhalten seien. Aber darin sind die Besucher mittlerweile schon so erprobt, dass selbst die Kinder und Jugendlichen in der Warteschlange vor dem beliebten Sprungturm den Abstand wie selbstverständlich einhalten. Für Bademeister Michael Pfeifer und Rettungsschwimmer Mark Henniger gibt es am Montagmittag jedenfalls nichts zu beanstanden.

Mehr Hinweisschilder aufstellen

„Ich bin überrascht, wie reibungslos alles läuft“, meint Henniger. Sein Kollege Pfeifer nickt zustimmend. Er hofft, dass im August weitere Lockerungen in Kraft treten. „Wir wollen, dass sich unsere Gäste hier wohlfühlen. Deswegen haben wir auch blaue Schnur statt rot-weißem Flatterband benutzt, um bestimmte Bereiche abzusperren. Das wirkt optisch weniger deprimierend“, erzählt er, dass sich das Bäderteam im Vorfeld viele Gedanken gemacht und ein Konzept erarbeitet hat. Und das hat sich bisher gut bewährt, „nur das ein oder andere Hinweisschild fehlt noch“, sagt Happold. Die Online-Reservierung im Vorfeld funktioniere ebenfalls meist problemlos. Die Ausnahme seien einige Senioren, die zu Hause keinen Internetanschluss haben und deswegen keine Tickets buchen können. Aber der Bäderleiter und sein Team suchen bereits nach Lösungen. So ist es denkbar, einmal pro Woche vor Ort einen Ticketverkauf anzubieten.

Wann und ob das Hallenbad öffne, sei allerdings trotz der positiven Erfahrungen im Freien noch nicht entschieden. „Wir überlegen, ob wir zumindest die Schwimm- und Fitnesskurse nach drinnen verlegen“, erklärt Happold. Aktuell liegen die acht bis 13 Kurse, die sonst täglich im Bellamar stattfinden, nämlich noch auf Eis. Auch bezüglich der Sauna kann Happold noch nichts Genaues sagen. „Wir sind auf die Verordnungen des Landes angewiesen und müssen außerdem schauen, was sich lohnt“, erzählt er. Die Corona-Zeit ist für ihn und sein Team definitiv keine leichte – umso schöner ist es, dass der verspätete Start in die Freibadsaison so erfolgreich ist.

Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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