Schwetzingen

Die Ponto-Stipendiaten eröffnen das letzte Klassik-Wochenende

Die Initialzündung für das dritte Wochenende des Mozartfestes geht von den Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung aus, die am Freitag, 12. Oktober, um 20 Uhr im Rokokotheater auftreten. Die erst 13-jährige Harfenistin Julia Dietrich gilt als Ausnahmetalent. Sie präsentiert ihr Können mit den melodischen Tänzen von Debussy, die laut Anweisung des Komponisten „doux et expressive“ gespielt werden sollen.

Die beiden Pianisten, Max Mostovetski und Daniel Vincent Streicher, 16 und 17 Jahre alt, haben sich Werke von Carl Philipp Emanuel Bach und Beethoven ausgesucht. Ende des 18. Jahrhunderts war Bach um vieles berühmter als sein Vater. Mozart, Haydn und sogar Beethoven blickten achtungsvoll zu ihm auf. Berühmt ist Mozarts Zitat: „Er ist der Vater, wir sind die Bub’n. Wer von uns was Rechts kann, hat von ihm gelernt.“ Joseph Haydn urteilte ähnlich: „Wer mich gründlich kennt, der muss finden, dass ich dem Emanuel Bach sehr viel verdanke.“ Und schließlich Beethoven: „Von Emanuel Bachs Klaviersachen habe ich nur einige, und doch müssen einige jedem wahren Künstler gewiss nicht allein zum hohen Genuss, sondern auch zum Studium dienen.“ Dies wird bei seinem zweiten Klavierkonzert deutlich.

Begleitet werden die jungen Musiker vom Philharmonischen Orchester Heidelberg, das sich mit der Ouvertüre zu Mozart Oper „Idomeneo“ präsentiert. Die musikalische Leitung obliegt Dietger Holm, der sich die Betreuung der Stipendiaten aufs Panier geschrieben hat.

Im Konzert in der Schlosskapelle am Samstag, 13. Oktober, 19.30 Uhr, geht es wieder um den musikalischen Einfluss von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen auf der einen Seite und den der italienischen Musizier- und Komponierkunst andererseits auf das Schaffen von Mozart. Das Programm zeigt die Verehrung Mozarts für den musikalischen Meister Bach und seine Söhne.

Dies demonstrieren zwei charismatische Künstlerinnen mit ihrem Spiel in der kurfürstlichen Schlosskapelle: Marieke Spaans, die zu den renommiertesten Cembalistinnen ihrer Generation zählt, verbindet subjektive Spontaneität mit musikalischem Ausdruck und gründlichen Kenntnissen der Ausdrucksweisen vergangener Zeiten. Spaans ist Professorin für historische Tasteninstrumente an der Hochschule für Musik in Trossingen.

Seit 2002 beschäftigt sich Mechthild Karkow intensiv mit historischer Aufführungspraxis und entschied 2006, Barockvioline zu ihrem Schwerpunkt zu machen. Als Professorin für Barockvioline erhielt sie 2013 einen Ruf an die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Zusätzlich lehrt sie Barockvioline an der Musikhochschule Frankfurt.

Den Schlussakkord setzt am Sonntagvormittag um 11 Uhr die 26-jährige Pianistin Annika Treutler, die als als äußerst vielversprechende deutsche Nachwuchskünstlerin gilt. Nach dem Studium bei Prof. Matthias Kirschnereit erhielt sie wesentliche Impulse für ihre Karriere, unter anderem von Elisabeth Leonskaja und Murray Perahia.

Die Künstlerin wurde vielfach national und international geehrt. 2014 war sie Semifinalistin beim Internationalen ARD-Wettbewerb in München. Annika Treutler arbeitet rezitativ und kammermusikalisch und musiziert solistisch mit bedeutenden Orchestern wie dem Gürzenich Orchester Köln, dem Konzerthausorchester Berlin oder dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. In Schwetzingen breitet Treutler einen Klangteppich aus, der die Entwicklung der Klaviermusik von Haydn bis zu den späten Klavierwerken von Johannes Brahms aufzeigt und so ein funkelndes Konzerterlebnis erwarten lässt. ab

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