Schwetzingen

Klimastammtisch Städtische Stabsstelle initiiert Diskussionsrunde mit Bürgern / Andreas Hohn plädiert für E-Autos und berichtet von seinen Erfahrungen

Die Zukunft kann nur elektrisch sein

Archivartikel

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung der Eco-Mobil-Gala im Schlossgarten gab es noch weitere Einblicke in das Thema Elektromobilität. Schwetzingens Klimaschutzmanagerin Stefanie Dott freute sich über das Interesse von rund 30 Teilnehmern am Klimastammtisch der Stabsstelle Klimaschutz, Energie und Umwelt der Stadt. Referent war der Vorsitzende des 2015 gegründeten Stuttgarter Vereins Electrify-BW, Andreas Hohn, der während der Classic-Gala auch wieder am eigenen Vereinsstand informierte.

Electrify-BW, vor zehn Jahren von Daniel Betsch als Freizeitgruppe ins Leben gerufen, möchte der Mobilitätswende in der Öffentlichkeit mehr Gewicht verleihen und Elektrofahrer untereinander und mit der Forschung besser verknüpfen. Regelmäßige Fachvorträge bei Treffen werden durch gegenseitigen Erfahrungsaustausch ergänzt.

Hohn und seine Mitstreiter kauften unlängst 50 Elektro-Smart aus Spanien, die jetzt in Stuttgart aufgearbeitet, renoviert und weiterverkauft werden. Der E-Antrieb des Smart gilt als haltbar und wartungsfrei. Neben Reifen und Bremsen bekommen die Zweisitzer-Elektro-Flitzer aus Madrid in Deutschland neuen TÜV. Der studierte Elektroingenieur und selbstständige Unternehmer in der Automobilbranche tritt vehement für die Mobilität mit Strom ein. Vor bald zehn Jahren hat er seinen letzten Verbrenner gekauft, heute fährt die ganze Familie elektrisch. Hohn legt rund 60 000 Kilometer im Jahr mit dem E-Auto zurück. Seine Fahrzeuge müssten sich sowohl im Alltag als auch bei 40 Grad Hitze im Urlaub in Portugal behaupten, beschrieb er den Zuhörern. Öffentliche Ladestationen gebe es in Deutschland schon genug: „Da muss sich keiner Gedanken machen, dass er irgendwo liegenbleibt.“

Gegen jegliche Subvention

Hohn ging ausführlich auf die CO2-Emissionen für batterieelektrische beziehungsweise wasserstoffelektrische Autos und Verbrennerfahrzeuge ein. Für einen langfristigen Klimaschutz seien nur kohlendioxidfreie Energieträger auf Basis regenerativer Energien wichtig, plädierte der überzeugte Tesla-Fahrer, der nie mehr ein Auto mit einem Verbrennungsmotor bewegen möchte, für die Batterieherstellung aus „sauberen Energien“. Tesla verwende bei der Produktion im US-Bundesstaat Nevada komplett regenerativen Strom. „Ganz anders sieht es dagegen aus bei Batterien aus China“, meinte Hohn: „Wer ein Elektroauto fährt, sollte schauen, wo der Strom herkommt.“

In der anschließenden Diskussion kritisierte ein Teilnehmer das unzureichende Tankstellennetz für E-Fahrzeuge. „Zu teuer“, könne er sich kein solches Auto kaufen. Außerdem gebe es noch keinen Markt mit richtigen Gebrauchtwagenpreisen.

„Die Zukunft kann nur elektrisch sein, aber die Batterie wird es nicht sein“, stellte der Eigentümer des Museum Autovision in Altlußheim, Horst Schultz, seine dortige Ausstellung mit Wasserstoff-Brennstoffzelle-betriebenen Fahrzeugen vor: „Wir brauchen relativ schnell eine Energieerzeugung, die wirklich grün ist.“

Die Stromspeicherung in Batterien habe noch Schwächen, die Wasserstoff-Technologie zeige bessere Möglichkeiten auf, meinte Schultz: „Ökologisch ist das allerdings nur, wenn die Erzeugung des Wasserstoffs aus regenerativen Quellen gewonnen wird.“ Die Runde diskutierte auch darüber, ob Elektroautos gefährlicher sind als Autos mit Verbrennungsmotor. „Elektrofahrzeuge brennen auch nicht schneller oder leichter als Autos mit Verbrennungsmotor“, versicherte Hohn, der sich übrigens gegen „jegliche Subventionen von E-Mobilität“ wendet.

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