Schwetzingen

Orangerie Kanarienzucht- und Vogelschutzverein zeigt gefiederte Prachtexemplare / Zwischen den Volieren stehen Kunstwerke von Wolfram Gothe und Winfried Rausch

Dieses Hobby ist echte Herzenssache

Archivartikel

In der Orangerie des Schwetzinger Schlossgartens war fröhliches Gezwitscher zu hören und in schönen, dekorierten Schauvolieren gab es eine große Vielfalt von Zuchtvögeln zu sehen. Dazwischen waren zahlreiche Exponate der Brühler Künstler Wolfram Gothe und Winfried Rausch arrangiert.

„Wir sind heute zufällig hier, weil wir gerade den Schlossgarten besuchen. Nun können wir noch dazu diese schöne Ausstellung genießen“, erzählten Dorothea und Uwe Kukuk, die vom Niederrhein in der Region zu Besuch sind.

Der Kanarienzucht- und Vogelschutzverein (KSV) lud zu dieser besonderen Schau ein und zeigte seine stolzen Zuchterfolge, darunter Kanarienvögel, Sittiche und Exoten. „Wir vom Verein nutzen gerne die Gelegenheit, unser Hobby Interessierten nahezubringen“, berichtete Paul Wiesler (kleines Bild) vom Vorstand des Vereins.

Der KSV besteht seit 1908 und hat etwa 60 Mitglieder. Auch sechs Jugendliche widmen sich dabei der Vogelzucht. Bei regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben sind die Schwetzinger vorn dabei. Der bekannteste Name ist wohl Kurt Körner. Er hat mit seinen Berner Kanarien schon Weltmeistertitel gewonnen. „Dabei gibt es spezielle Kriterien, die erfüllt werden müssen, wie zum Beispiel die Farbgebung“, ergänzte Wiesler. Er selbst besitzt etwa 30 Vögel. „Die Vogelzucht ist ein Hobby, für das man Zeit benötigt, denn die Vögel brauchen jeden Tag Pflege und Versorgung. Mit viel Herz schaffen es manche sogar, ihre Schützlinge richtig zutraulich werden zu lassen. Allerdings gibt es in Deutschland einige Auflagen für Züchter. So müssen beispielsweise Nachzuchten von europäischen Singvögeln genauso gemeldet werden, wie der Kauf oder Verkauf selbiger. Diese Vogelarten unterliegen dem Washingtoner Artenschutzabkommen und sind daher meldepflichtig“, erläuterte der seit 1984 aktive Vogelzüchter.

Während in den Nachbarländern Italien, Holland oder Belgien die Vogelzucht ein sehr beliebtes Hobby bei allen Generationen sei, gäbe es in Deutschland mittlerweile eher weniger Vereine. „Vielleicht liegt es an dem täglichen Aufwand oder an den Auflagen. Aber wer dieses Hobby für sich entdeckt, der hat sehr viel Freude damit“, bekräftigte Wiesler.

Und diese Freude gab er gerne an die Besucher der Ausstellung weiter, die aufgrund des schlechten Wetters vor allem am Sonntag nicht unbedingt in Scharen kamen. csc

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