Schwetzingen

Reaktion Naturschutzwart Frank-Thomas Nürnberg schreibt uns zur Vermüllung im Wald / Unrat liegt auf einer Fläche der BImA

„Direkt an Verursacher herantreten“

Archivartikel

Der Müll im Wald gegenüber der Tompkins-Kaserne und der Hundewiese (wir berichteten) ist noch immer ein Problem. Viele Säcke voller Abfall, Eimer und sogar Schuhe sind hier achtlos im Gebüsch entsorgt worden. Auf unseren Artikel „Unrat im Gebüsch entsorgt“ vom 21. Oktober schreibt uns Frank-Thomas Nürnberg, Naturschutzwart des Naturschutzgebietes Hirschacker, dass der Müll noch immer an Ort und Stelle liegt. Er betreut dieses Gebiet zusammen mit dem ehemaligen Jäger Hagen Heinze und Dr. Karen Stumm, die ebenfalls Naturschutzwarte sind.

„Ich habe diese Ecke regelmäßig im Blick und melde manchmal auch über die App „Mängelmelder“ an die Stadtverwaltung. Diese Vermüllung hatte ich aber noch nicht gemeldet“, schreibt er in seiner E-Mail.

In unserem Artikel verwiesen wir auf die offene Frage des zuständigen Grundstückseigentümers. „Ich habe mit GPS-Genauigkeit von rund vier Metern den Müll noch einmal fotografiert und komme zum Ergebnis, dass er auf einer Fläche der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) liegt“, meint Frank-Thomas Nürnberg. Es stehe mittlerweile auch ein Eimer mit einer hellbraunen Masse, vermutlich irgendeinem Mineralstoff, dort.

Die Fläche hinter dem ehemaligen Trainingscenter werde nach wie vor als Altreifenentsorgung und mittlerweile auch für Asbestabfälle (Eternitplatten) missbraucht. Die BImA habe zwar die unmittelbare Zugänglichkeit des Gebäudes durch Zäune und angeschraubte OSB-Platten erschwert, doch dies halte die Müllentsorger leider nicht davon ab, das Umfeld zu vermüllen.

„Ich mache mir Sorgen, dass hier möglicherweise auch weitere gefährliche Abfälle deponiert werden“, sagt der Naturschutzwart. „Diese Lost Places, also verlassene Orte, wie zum Beispiel auch das Gelände der Bundeswehr, zieht natürlich immer auch Menschen an und die wiederum lassen dann dort ihren Müll liegen oder fahren sogar extra zum Abladen dorthin“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Schilder bringen leider nichts

Ein weiteres Problem: Die Verursacher werden nur selten bei ihrem Umweltfrevel erwischt. „Ich habe in den vergangenen fünf Jahren nur ein einziges Mal ein Fahrzeug an besagter Stelle gesehen, dessen Fahrer dort seinen Müll abladen wollte. Ich habe daraufhin die Polizei gerufen“, berichtet Frank-Thomas Nürnberg von seinem Erlebnis.

Eine Universallösung dafür, wie man die illegale Entsorgung von Müll vermeiden kann, hat der Naturschutzwart allerdings auch nicht. „Man könnte eventuell die Schranke nach vorne verlegen, so dass da gar niemand mehr reinfahren kann. Aber das wäre natürlich ein großer Aufwand. Nur Schilder dort anzubringen, das kann man vergessen. Ich bin also auch ratlos“, sagt er. „Man müsste eben direkt an die Verursacher herankommen.“ caz

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