Schwetzingen

Drastisch, derb, sogar sexistisch

Archivartikel

Wolfram Gothe stellt ab Freitag in der Volkshochschule seine Kunstwerke aus

Herr Gothe, können Sie sich noch an Ihre erste Ausstellung erinnern?

Wolfram Gothe: Meine erste Ausstellung war 1987 in der Volksbank Seckenheim in Rheinau-Süd und trug den Namen „Der malende Bäckermeister“. Viele weitere Ausstellungen folgten, zum Beispiel in der Villa Meixner in Brühl, in der Orangerie in Schwetzingen, in Otterstadt im Komenius-Haus und in Mannheim-Lindenhof. Auch in der Brühler Partnergemeinde Ormesson waren meine Kunstwerke schon zu sehen.

Warum sind Sie Bäcker und kein Maler geworden?

Gothe: Mein Großvater hat damals die Bäckerei gegründet. Sie wurde eine Generation lang verpachtet mit der Prämisse, dass ich sie übernehme. Meine Eltern haben mich damals auch ein wenig unter Druck gesetzt und mich gebeten, Bäcker zu werden – obwohl ich in der Schule in Kunst immer hervorragende Noten hatte und meine Lehrer mir immer geraten haben, Maler zu werden.

Warum haben Sie sich bei Ihrer neuen Ausstellung in Schwetzingen für das Thema „Provokationen“ entschieden?

Gothe: Meine Werke sind Millieuzeichnungen mit Pastellkreide, die man nicht in jeder Galerie sieht. Situationen, die ich persönlich erlebt habe oder die mir durch den Kopf gegangen sind, wurden zu Bildern. Drastisch und derb sind sie auf jeden Fall, man könnte sogar sagen sexistisch. Aber sie erzählen Geschichten und man muss sich die Zeit nehmen, diese Geschichte zu erkennen. Auf den ersten Blick wirken die Zeichnungen dabei sicherlich provozierend. Der Betrachter muss länger darüber nachdenken – kurz draufgucken reicht da nicht. caz/Bild: Lenhardt

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