Schwetzingen

Evangelische Kirchengemeinde Gut besuchte Gemeindeversammlung / Gebäude anders nutzen

Drei neue Kita-Gruppen vorgesehen

Die evangelische Kirchengemeinde plant drei neue Kita-Gruppen: Die Melanchthon-Kindertagesstätte in der Kurfürstenstraße soll um zwei, der Bonhoeffer-Kindergarten im Hirschacker um eine Gruppe erweitert werden. „Die Stadt ist auf uns zugekommen und hat uns gebeten zu prüfen, ob wir neue Gruppen eröffnen können. Gleichzeitig müssen wir aus finanziellen Gründen die Fläche unserer Gemeindehäuser reduzieren“, erklärte Pfarrer Steffen Groß in der bestens besuchten Gemeindeversammlung im Melanchthon-Haus. „Die Zusammenarbeit im Kita-Bereich mit der Stadt ist hervorragend und von großem Vertrauen geprägt. Und der Bedarf an Plätzen ist da. Da liegt es nahe, unser Angebot zu erweitern“, so der Pfarrer in einer Mitteilung weiter.

Die zusätzliche Gruppe des Bonhoeffer-Kindergartens soll im Gustav-Adolf-Haus einziehen – „so, wie es früher schon war“, sagt Groß. Der Bonhoeffer-Kindergarten hatte seinen Ort ursprünglich in diesem Haus, für den sonntäglichen Gottesdienst wurden die Räume an jedem Wochenende umgeräumt und bestuhlt – und nach dem Gottesdienst musste alles wieder in Kindergartengruppen verwandelt werden. Erst der Bau der katholischen St.-Josefs-Kapelle und die ökumenische Gastfreundschaft der katholischen Schwestergemeinde hat den Protestanten das wöchentliche Umräumen erspart, denn seitdem finden auch die evangelischen Gottesdienste in der Josefskapelle statt. „Und das soll auch so bleiben“, betont der Pfarrer.

Das Erdgeschoss des Gustav-Adolf-Hauses soll für den Kindergarten umgebaut werden und steht für Gemeindeveranstaltungen dann nicht mehr zur Verfügung. „Kleinere Gruppen und Gremien können in Zukunft im vergrößerten Personalraum des Kindergartens stattfinden oder in dessen Mehrzweckraum.“ Der städtische Jugendtreff soll im Kellergeschoss bleiben. Lediglich für den monatlichen Altenkaffee reicht der Platz dann nicht mehr aus. „Aber auch hier hat uns mein Kollege Friedbert Böser ökumenische Gastfreundschaft angeboten“, so Groß: „Wir dürfen in Zukunft für die Seniorenarbeit den Josefssaal unter dem katholischen Kindergarten im Hirschacker nutzen, nur 50 Meter vom Gustav-Adolf-Haus entfernt. Und darüber sind wir sehr glücklich und dankbar.“

In Oststadt präsent bleiben

Auch im Melanchthon-Haus soll es in Zukunft Gottesdienste geben. „Unser Standort in der Kurfürstenanlage ist der einzige, an dem wir Fläche für neue Projekte haben. Und durch das geplante neue Quartier auf dem Pfaudler-Gelände sowie die Erweiterung der Oststadt ergibt es erst recht Sinn, dort präsent zu bleiben.“ Wenn das Gebäude zu einem realistischen Preis grundsaniert werden könne, werde die Kirchengemeinde dies tun, so der Pfarrer weiter. „Wenn nicht, bauen wir neu“. In beiden Fällen sei zunächst ein Gebäude in Alleinverantwortung der Gemeinde im Fokus. „Aber wenn wir merken, dass wir Partner brauchen, sind die Stadt und die katholische Seelsorgeeinheit unsere ersten Ansprechpartner.“

Die neuen Kita-Gruppen sollen entweder in einer Erweiterung der bestehenden Kita oder teilweise im neu gestalteten Melanchthon-Haus ihren Platz finden. Dort befindet sich bereits eine Krippengruppe. „In jedem Fall wollen wir beide Gebäude miteinander verbinden.“ Außerdem plant der Kirchengemeinderat einen oder zwei Zugänge zum Gelände – entweder über die Nadlerstraße oder auch über den Park-and-Ride-Parkplatz an den Bahngleisen. Die Kirchenmusik soll weiter in der Kurfürstenstraße ihren Ort haben, „außerdem will unsere evangelische Jugend den Kellerraum für Partys und als Proberaum für Rockbands auch in Zukunft behalten, was ich sehr unterstütze“.

„Für den Luthersaal, der vor allem von Vereinen, Privatleuten sowie wie für Konzerte und städtische Veranstaltungen genutzt wird, streben wir ein neues Trägermodell mit der Stadt an, bei dem die Lasten fair verteilt werden“, heißt es in er Mitteilung weiter. Entschieden ist mit diesen Vorschlägen noch nichts. Nach der Diskussion in der Gemeindeversammlung, bei der es manche Ideen und Wünsche gab, wird die Gemeinde nun mit potenziellen Partnern wie der Stadt und der katholischen Gemeinde sowie dem Oberkirchenrat verhandeln. Das Ziel sei jedenfalls klar: „Die Flächen so reduzieren, dass mehr Geld für inhaltliche Arbeit bleibt – damit wir auch in dreißig Jahren noch Gott in vielfältiger Weise loben können“, so Pfarrer Groß. zg

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