Schwetzingen

Stadtmarketing Warnung vor Anbieterwechsel beim Strom

DSG-Vertreter sorgt für Verwirrung

Archivartikel

Ist es eine neue Betrugsmasche oder übertriebene Vorsicht? Da gehen die Ansichten auseinander und deshalb hat die Geschäftsführerin des Stadtmarketings ihre Mitglieder vor einem Vertreter der Deutschen Strom und Gas (DGS), einer Firma aus Darmstadt, gewarnt, der gestern vornehmlich bei Gastronomiebetrieben in Schwetzingen vorstellig wurde und sich Zugang zu Strom- und Gaszählern verschaffen wollte.

Tommy R. Möbius, der in der Oststadt den Lebensmittelpunkt betreibt, hatte gestern früh einen Anruf der DGS bekommen, bei dem eine Mitarbeiterin ankündigte, dass heute ein Stromableser vorbeikomme, weil bei Geschäftsleuten viel zu viel für Strom und Gas abgerechnet worden sei und Korrekturen vorgenommen werden sollten. Tatsächlich sei dann ein Mann aufgetaucht, habe seine Frau gebeten, mit ihm zum Zähler zu gehen. Ihr sei das komisch vorgekommen, dass der angebliche Stromableser gar nicht wusste, wo sich die Zähler befinden. Deshalb habe sie ihn weggeschickt, er habe eine Visitenkarte dagelassen und angekündigt, er komme nochmals.

DGS bestreitet Vorwürfe

Als die Sache unserer Zeitung bekannt wurde, haben wir gleich bei der auf der Karte angegebenen Telefonnummer angerufen. Dort meldete sich nicht die DGS, sondern ein Unit Office, ein Büroanbieter in Darmstadt, bei dem auch Büros für sieben Mitarbeiter der DGS angemietet sind. Die Nummer habe früher zur DGS geführt, offensichtlich hätten wir eine alte Karte bekommen, hieß es. Dann rief eine Mitarbeiterin von DGS zurück. Nach Schilderung des Problems meldete sich Ecevit Balaban direkt bei uns, der Landesdirektor von der Visitenkarte. Er sei der Geschäftsführer und selbst in Schwetzingen unterwegs. Er bestreitet jede unseriöse Vorgehensweise, biete nur an, Verträge zu prüfen und als Vermittler aller großer Stromanbieter günstigere Tarife anbieten zu können, wenn Kunden aus seiner Sicht zu teure Verträge hätten. Er hielt es gar für möglich, jemand habe seine Karte missbraucht.

Indessen warnt die Verbraucherzentrale Niedersachsen davor, solche Leute überhaupt zu den Zählern zu lassen. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass diese mit der Zählernummer und der Ablesung der Werte beim bisherigen Anbieter im Auftrag des „Kunden“ kündigen, um einen eigenen Vertrag auszustellen.

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