Schwetzingen

GRN-Klinik Spektrum in geriatrischer Rehabilitation um Musiktherapie erweitert / Margarita Rogatkina musiziert mit Patienten

Durch Musik Schmerzen lindern

Schon in der Antike wurde Musik für die Behandlung von Patienten eingesetzt. Dass Musik eine heilende Wirkung haben kann, weiß man also schon sehr lange. Sie wirkt sich wohltuend auf Körper und Geist aus, kann beruhigen oder anregen, entspannen oder sogar Schmerzen lindern. Aus diesem Grund wird sie bei der Therapie verschiedenster Störungen und Erkrankungen immer wieder gerne eingesetzt – nun auch in der GRN-Klinik für geriatrische Rehabilitation in der Schwetzinger Bodelschwinghstraße, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitszentrums.

Die ausgebildete, in der Altersmedizin erfahrene Musiktherapeutin Margarita Rogatkina kommt jeden Samstag in die Klinik, um das Angebot am Wochenende zu erweitern. In der Gruppe, aber auch in „Einzelstunden“, wird gemeinsam mit den Patienten musiziert und gesungen.

Chefarzt Markus Bender ist sich sicher: „Als nonverbales Medium bietet die Musik die Möglichkeit, Unausgesprochenes durch Klang, Stimme und Rhythmus mitzuteilen. Sie ist geeignet für alle Patienten, speziell natürlich für sprachgestörte, demente und depressive, damit sie diese schöpferischen Fähigkeiten neu entdecken und sich in wiedergewonnener emotionaler Lebendigkeit und körperlicher Schwingungsfähigkeit spüren können.“

Darüber hinaus darf man nicht vergessen: Für viele Menschen ist Musik ein wesentlicher Teil ihres Lebens gewesen. Die prägenden musikalischen Erfahrungen werden in Kindheit und Jugend gemacht und erweisen sich als „resistent“ gegen das Vergessen. Daher ist es nachvollziehbar, dass auch mit dem Medium der künstlerisch-kreativen Musik therapeutische Wirkung erzielt werden kann.

Die Musiktherapie beinhaltet das Experimentieren und Improvisieren mit wohlvertrauten aber auch unbekannten Instrumenten, mit Klängen, Atmung, Stimme und dem Hören von Musik.

Lebensmut wird gefördert

In der GRN-Klinik für geriatrische Rehabilitation ergänzt die „Musikstunde“ das ohnehin schon breite Therapiespektrum. Neben ärztlicher Behandlung, Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie, rehabilitativer Pflege, Sozialbetreuung, Therapiehund, physikalischer Therapie, Seniorengymnastik und Lymphdrainage nimmt diese Form der Therapie eine wichtige Stellung ein.

Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft sieht Musiktherapie als „eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin“, die in enger Wechselwirkung mit Medizin, Gesellschaftswissenschaften, Psychologie, Musikwissenschaft und Pädagogik steht. Ihrem Wesen nach ist Musiktherapie als psychotherapeutisch zu charakterisieren – in Abgrenzung zu pharmakologischer und physikalischer Therapie.

Schon nach den ersten musiktherapeutischen Stunden kann man in Schwetzingen von Erfolgen sprechen. Markus Bender findet gemeinsam mit seinem Team, „dass die Musik bei unseren Patienten für Entspannung, bessere Körperwahrnehmung, aber auch für mehr Lebensmut und Motivation bei depressiven Episoden und für eine Stimulation des Gedächtnisses gesorgt hat. Auf jeden Fall kann die Musiktherapie dazu beitragen, dass sich der Gesundheitszustand von Patienten verbessert – auf dem Weg zur Rückgewinnung ihrer Selbstständigkeit. zg

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