Schwetzingen

Reformationsjubiläum Familie Glöckler stiftet eines von 95 Bäumchen / Standort zwischen Stadtkirche und Lutherhaus

Ein Apfel namens Martin Luther

Das Jubiläum "500 Jahre Reformation" steuert im Oktober auf seinen Höhepunkt zu, den Reformationstag am 31. Oktober, sonst nur in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ein Feiertag, aus besonderem Anlass dürfen sich in diesem Jahr alle Deutschen über einen freien Tag freuen. Veranstaltungen, Aktionen, Veröffentlichungen gab es zu diesem Reformations-Jubiläum in vielfältiger Weise, schon seit 2007, als die sogenannte Reformations-Dekade begann und jedes Jahr ein besonderes Schwerpunktthema hatte, wie die eine Welt, die Bibel und Musik. Vielfältig waren auch die Ideen, die aus diesem Anlass entstanden sind, um Luther und die Reformation ins Gedächtnis zu rufen und die unterschiedlichen Aspekte zu beleuchten.

Eine dieser Ideen hat uns besonders angesprochen, veröffentlicht schon 2013 in der Kirchenzeitschrift der Berlin-Brandenburgischen Kirche. Angelehnt an das Martin Luther zugesprochene Wort vom Apfelbäumchen, das er noch pflanzen würde, auch wenn morgen der Jüngste Tag anbrechen würde, wurden Sponsoren für eine neu zu züchtende Apfelsorte gesucht, die es schon zu Luthers Zeiten gegeben hat, und die dann den Namen Martin-Luther-Apfel tragen soll. Fündig wurde man mit einem Baum aus dem Formenkreis der Borsdorfer Äpfel, die bereits 1177 urkundlich erwähnt sind und zu Luthers Zeiten gut bekannt waren.

Festakt in Wittenberg

Das Ausgangsmaterial stammt aus der Sammlung der Obstbauversuchsanstalt Müncheberg, aufwachsen sollte der "Luther-Apfel" in der Barnimer Baumschule der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal nördlich von Berlin, in Biesenthal, Nähe Wandlitz. Diese Einrichtung ist vor allem für Menschen mit Behinderung tätig, gehört heute zu den Betheler Anstalten, und die Einnahmen sollten für die Beschaffung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen verwendet werden.

95 Apfelbäumchen sollten bis Ende Oktober heranwachsen, streng limitiert, die selbe Zahl wie die Anzahl der Thesen, die Luther am 31. Oktober an der Schlosskirche von Wittenberg gegen den Ablasshandel veröffentlichte. Eine dieser Thesen sollte jedem Bäumchen zugeordnet werden, die Sponsoren konnten sich "ihre" These auswählen. Da wir seit über 30 Jahren Mitglieder der früheren Luther- jetzt Gesamt-Kirchengemeinde Schwetzingen sind, in vielfältiger Weise mit der Kirche, dem Lutherhaus und den Gemeindegliedern verbunden sind, haben wir diese schöne Idee aufgegriffen und möchten unserer Gemeinde als Erinnerung an das Reformationsjubiläum einen Luther-Apfel überreichen. Die Apfelbäumchen sind inzwischen unter der sorgsamen Pflege und Aufsicht in Biesenthal zu einer stattlichen Größe von über zwei Metern herangewachsen und werden am Samstag, 21. Oktober, in einem festlichen Akt auf dem Marktplatz von Wittenberg den Besitzern übergeben.

Bepflanzung am 10. November

Öffentliche Einrichtungen, Schulen Kirchengemeinden, Firmen und Privatpersonen aus dem In- und Ausland sind dabei vertreten. Auch uns ist dieses Ereignis eine Reise nach Wittenberg wert, der Baum muss allerdings anderweitig auf die Reise geschickt werden und kommt hoffentlich heil hier an.

An Luthers Geburtstag, dem 10. November, soll er dann zwischen Kirche und Lutherhaus gepflanzt werden, in der Hoffnung auf viele gute Früchte. Sie sollen an dieses bedeutende Jubiläum erinnern, aber auch an Luthers unerschütterliches Gottvertrauen, seine Zuversicht, die in seinen Schriften zum Ausdruck kommt und die durch sein Lebenswerk über die Jahrhunderte hinweg unzählige Menschen ermutigt und gestärkt hat. Sie kämen dann zusammen, die Früchte des Baumes mit den Früchten des Glaubens.

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