Schwetzingen

Lionsclub Konzepte der Schimper- und Comenius-Schule mit jeweils 3000 Euro unterstützt

Eine Perspektive schenken

Archivartikel

Der kleine Junge weiß schon, was er werden will: Chirurg. Der Berufswunsch ist für den Jungen außergewöhnlich. Er besucht die Schimper-Gemeinschaftsschule. Die Kinder, die diese Schule besuchen, landen in der Regel in keinen Top-Berufen.

Es sind Kinder, die aus dem Regelkreis herauszufallen drohen – Kinder aus und in schwierigen Situationen, heißt es in einer Pressemitteilung des Lionsclub. Kinder, deren Lernerfolg und Schulabschluss durch temporär einschneidende Lebensereignisse oder aus emotional sozialen Gründen gefährdet sind. Der Junge ist in der fünften Klasse. Er ist aufmüpfig, respektlos gegenüber Autoritätspersonen, ein Störer. Die familiären Verhältnisse sind kompliziert. Der Junge will Chirurg werden, weil ein Chirurg seine Mutter geheilt hat. Das ist ein Beispiel von vielen.

Die Schimper-Gemeinschaftsschule hat deshalb vor zwei Jahren ein Konzept entwickelt. Die Problemkinder sollen eine spezielle Betreuung bekommen, von Lehrern oder Experten. „Wir wollen damit erreichen, dass sich die Kinder uns gegenüber öffnen“, sagt Birgit Zachert, Lehrerin und Teil des Schulleitungsteams an der Schimper-Gemeinschaftsschule. Die Kinder, sagt sie weiter, werden ganzheitlich betrachtet. Den Kindern soll dann eine Struktur vermittelt werden.

Individuelle Lernwege

Ziel ist es, den jungen Menschen durch diese enge Begleitung und Führung eine Perspektive zu geben. Die Schimper-Gemeinschaftsschule will mit dem Konzept präventiv wirken. „Die Kinder sollen eine angemessene Unterstützung erfahren, um ihren individuellen Lernweg erfolgreich gehen zu können“, sagt Zachert. Nur kostet das alles Geld. Weil nicht alles vom Staat unterstützt wird, hat der Lionsclub Schwetzingen der Schimper-Gemeinschaftsschule deshalb 3000 Euro gespendet. Mit diesem Geld sollen außerschulische Angeboten finanziert werden, beispielsweise Hamburger selbst zubereiten und essen. Es soll Obst gekauft werden. „Es ist bei uns nicht selbstverständlich, dass alle Kinder etwas zu essen haben“, sagt Zachert, „es kommen daher auch Kinder zu uns und holen sich Obst.“

3000 Euro bekam auch die Comeniusschule. Die Comenius-Schule hat sich darauf spezialisiert, Kindern mit einer Behinderung, den Weg ins Berufsleben zu ermöglichen. „Noch heute müssen geistig behinderte Kinder um Anerkennung kämpfen“, sagt Eleonore Frölich, Rektorin der Comeniusschule. „Es gibt Kinder, die können sich die Jacke nicht selbst zu machen, aber alles über die Französische Revolution widergeben“, verdeutlicht Frölich. Zwischen sechs und 18 Jahre alt sind die 140 Schüler.

Kurse von Künstlern

Vor sechs Jahren hat das Lehrerkollegium der Comenius-Schule ein Konzept entwickelt, das schon bundesweit ausgezeichnet wurde: der Kultur-Freitag. Jeden Freitag werden den Schülern 13 verschiedene Kurse angeboten. Viele Jahre wurde das gefördert. Jeden Freitag kommen Künstler und bieten Kurse an. Einer davon ist Jessen Oestergaard aus Schwetzingen. Es gibt unter anderem eine Zirkusgruppe, Yoga, Musikband, Theatergruppe, Chor oder Snoezeln. Doch der Kultur-Freitag kostet viel Geld: 10 000 Euro. Auch der Aufwand ist enorm und eine Herausforderung. So findet der Kultur-Freitag weiter jeden Freitag statt, doch die Künstler kommen nun alle 14 Tage. Die anderen Termine decken die Lehrer ab. Der LC Schwetzingen will mit seiner Spende von 3000 Euro nun seinen Teil dazu beitragen, dass der Kultur-Freitag weiter bestehen bleibt. zg

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