Schwetzingen

Nordstadtschule Erst- bis Drittklässler spielen Theater / Zuschauer erleben eine besondere Freundschaft auf einem Bauernhof

Eine Schildkröte, so groß wie ein Brötchen

Archivartikel

Bäume stehen links und rechts auf dem Boden der Nordstadthalle, dazwischen ragen zwei gemalte Hausfassaden heraus – alles aus Pappe, versteht sich. Sie stellen den Hof des Bauernehepaares dar. Auch an das Aquarium der Schildkröten wurde gedacht – schwarze Kartons mit einem grünen Boden. Souffleuse Lea kommt auf die Bühne, präsentiert die Darsteller und wünscht den Zuschauern „viel Spaß und lachen Sie sich kringelig“. Die Kinder des Horts und der Kernzeit führen das Theaterstück „Fischbrötchen im Kuhstall“ von Autor Frederik Vahle auf.

„Nach den Faschingsferien haben wir mit den Proben begonnen“, sagt die Leiterin der außerschulischen Betreuung, Michaela Winkler. „Seit wir die Koch- und Back-AG aus Kostengründen aufgeben mussten, hatte ich die Idee zu einer Theater-AG.“ Das Interesse der Kinder sei groß und es werde fleißig geübt, so „das jedes Kind auch jede Rolle spielen kann“.

Premiere bei Senioren

In den Genuss einer Premiere kamen die Senioren im Altenpflegeheim an der GRN-Klinik. Dort stellten die acht jungen Schauspieler das Stück vor, bevor nun Schulkollegen, Eltern und Geschwister den Bühnenspaß erleben durften. „Ich hoffe, dass es zu einer Kooperation mit dem Altenpflegeheim kommt, und die Kinder jeden Tag gemeinsam mit den den Senioren spielen können“, erzählt Winkler noch von einem Projekt, dann geht’s schon los. Doch wovon handelt die Geschichte?

Die Schildkröten namens Fischbrötchen und Emma leben in einem Aquarium. Fischbrötchen hat ihren Namen, weil sie nur so groß wie ein Brötchen ist. Eines Tages sitzt sie bei Emma auf dem Panzer und wird von ihr aus dem Aquarium geworfen. Sie krabbelt nach draußen und verkriecht sich in einem Grashaufen, den Bauer Yassin seiner Kuh Liese in den Stall bringt. Während des Fressens bemerkt Liese Fischbrötchen und die beiden lernen sich kennen. Fischbrötchen staunt über die „Kleiderhaken“ auf dem Kopf (Hörner), den „Waschlappen“ im Maul (Zunge) und den „großen Handschuh“ zwischen den Beinen (Euter) von Liese. Aber auch Liese wundert sich über das eigenartige Fell von Fischbrötchen, das aussieht wie Knäckebrot. Fischbrötchen erklärt, dass das ihr Panzer ist und dieser auch eine Kuh trägt. Gesagt, getan. Liese stellt sich auf den Panzer, rutscht aus und rollt hinaus auf den Hof. Bäuerin Melia ruft ihren Mann aufgeregt um Hilfe. Dieser findet Fischbrötchen und bringt sie zurück ins Aquarium. Dort erzählte sie Emma von ihrem Abenteuer.

Begeistert und noch immer aufgeregt nehmen die Kinder den Applaus an – ein toller Auftritt und so mancher lacht sich noch immer kringelig. „Ich habe das erste Mal die Hauptrolle gespielt. Aber es war gut“, findet die Erstklässlerin Emma, die Fischbrötchen gespielt hat, und geht glücklich nach Hause.

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