Schwetzingen

Runder Tisch Inklusion Die drei großen Bauprojekte im Blick behalten / Nicole Blem spricht über Chancen in sozialen Medien

Eine Wohntauschbörse für die Stadt

Das Thema soziale Medien stand in der Geschichte des Runden Tisches Inklusives Schwetzingen noch nie auf der Tagesordnung. Verantwortlich für sein Auftauchen war jetzt Nicole Blem vom Generationenbüro. Für sie sind Facebook, Instagram und Co. wichtige Instrumente zur Herstellung von mehr Barrierefreiheit. „Menschen mit Handicap ermöglichen soziale Medien den Zugang zur Welt.“

Dabei vermied sie das Malen dieses Themas in Rosa. Im Gegenteil, sie betonte deutlich auch die negativen Aspekte rund um Datenkraken und den damit einhergehenden Verlust der Privatsphäre. Doch bis dato sieht Blem gerade für Menschen mit Behinderung in sozialen Medien mehr Vor- denn Nachteile. Zumindest dann, wenn mit den eigenen Daten umsichtig umgegangen wird.

Bevor Blem sich den sozialen Medien zuwandte, erläuterte Stefan Krusche im Sitzungsraum in der Volkshochschule (VHS) mit der Karlsruher Straße, dem Pfaudler- Areal und dem Rondell kurz die drei nächsten kurfürstlichen Baustellen. Bei allen drei gelte, so Krusche, „dass wir die Baumaßnahmen eng begleiten“. Barrierefreiheit sei kein nettes Zubrot, sondern von grundlegender Bedeutung für eine gelingende städtische Infrastruktur.

Das Bauprojekt Karlsruher Straße startet schon Ende dieses Monats und es sei klar, dass es während der Bauphase zu Beeinträchtigungen komme. Doch müsse darauf geachtet werden, dass diese nur von kurzer Dauer seien. Am Ende, davon war Krusche überzeugt, stünde eine Straße, die den Belangen der Barrierefreiheit weitestgehend genüge.

Welle soll die Pläne erläutern

Ein Satz, der über das Pfaudler- Areal so noch nicht gesagt werden könne. Krusche und viele der Mitglieder ließen aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass alles getan werden müsse, um möglichst viel Barrierefreiheit zu schaffen. Bei der kommenden Sitzung des Runden Tisches am 31. März wird Stadtbaumeister Matthias Welle dem Gremium die grundlegenden Pläne für das neue Wohnviertel vorstellen.

Beim Rondell sei dagegen noch vieles unklar. In Teilen soll auf Ampeln verzichtet werden. Doch was auch immer die Planer hier genau vorhätten. Wichtig sei, dass auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer geachtet werde.

Von der analogen Baustellenwelt ging es dann mit Blem in die digitale. Unterm Strich scheint für sie das Plus deutlich größer als das Minus. „Die Chance auf soziale Teilhabe ist im Netz sehr groß.“ Facebook, Instagram und andere soziale Netzwerke sind für sie Plattformen des Austausches, die Anschluss ermöglichen. So könnten auch Menschen, die bei der Begehung der Karlsruher Straße nicht dabei waren, sich auf Facebook mittels eines Videos von der Begehung ganz leicht einen Eindruck verschaffen. Facebook scheint für sie eine kleine Ideenschmiede zu sein. Wer in die Suchmaske Inklusion eingebe, finde ein Universum an Ideen und Möglichkeiten. Hier sei Facebook ein Netzwerk des Lernens im besten Sinne des Wortes.

Zum Schluss debattierte der Runde Tisch ziemlich intensiv die Idee einer Art Wohntauschbörse. Immer öfter würden alte Menschen allein in sehr großen Wohnungen oder Häusern außerhalb wohnen. Zugleich suchten Familien allzu oft erfolglos größeren Wohnraum. Könnte man die beiden Seiten, so die Idee, nicht irgendwie über eine Art städtische Plattform zusammenbringen.

Für die Senioren eine kleinere Wohnung, mehr im Stadtzentrum, und für die Familien die Häuser oder Wohnungen der Senioren. Die Idee fanden am Runden Tisch alle gut. Aber so einfach sich das anhöre, so kompliziert sei es. Krusche und VHS-Leiterin Gundula Sprenger versprachen aber, dass man sich Gedanken machen wolle.

In Schriesheim werde mit dem baden-württembergischen Projekt „Raumteiler“ ein ähnliches Projekt verfolgt. Laufend neu zu bauen und Böden zu versiegeln und das bei zunehmend ungenutztem Wohnraum, sei ein ökologischer und gesellschaftlicher Unweg. „Diese spannende Idee behalten wir im Auge.“

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