Schwetzingen

Café International Geflüchtete treffen sich regelmäßig / Sommerfest mit Speisen aus vielen Ländern

Einen Raum zum Austausch geschaffen

Archivartikel

Seit vier Jahren bietet das Café International nun schon jeden Donnerstag Raum für Begegnungen und Gespräche und bildet so eine Konstante im Leben vieler Geflüchteter. Die Menschen gehen gerne zum Café und verbringen Zeit miteinander. So auch beim Sommerfest, das vergangenen Donnerstag das erste Mal in dieser Art und an diesem Ort die Türen für alle Interessierten öffnete.

Viele Besucher waren der Einladung gefolgt, sodass die aufgestellten Bänke fast bis auf den letzten Platz belegt waren. Auch das üppige Buffet mit internationalen Speisen aus aller Herren Länder kam sehr gut an. Beispielsweise gab’s da „Injera“ – das ist ein weiches, gesäuertes Fladenbrot, das typisch für die eritreische Küche ist. Die vielen Helfer hatten den Hof festlich dekoriert und eine kleine Bühne samt Lichtern aufgestellt.

„Wir haben fleißige Helfer, es ist alles hervorragend organisiert und auch super besucht“, meinte Johanna Senn-Dietrich vom Café International zufrieden im Gespräch mit unserer Zeitung. „Viele haben ein Nationalgericht aus ihrem Heimatland gekocht und hierher mitgebracht, so ist ein wunderbares Buffet zustande gekommen.“

Am Abend sorgten Mitorganisator Thomas Vobis und Doris Theilie von der Kirchengemeinde mit ihren Gitarren für gute Stimmung. Gemeinsam mit dem Publikum, das Textbücher ausgeteilt bekam, sangen sie Lieder wie „Country Roads“, „Marmor Stein und Eisen bricht“ oder „Über den Wolken“.

Getanzt und musiziert

Später begeisterte Jomard Wahli, ein syrischer Musiker, mit verschiedenen Liedern das Publikum, bevor es mit einer Musikeinlage des hiesigen Landtagsabgeordneten der Grünen, Manfred Kern, weiterging. Ausgelassene Stimmung herrschte auch beim anschließenden offenen Tanzen.

„Damals war es schwierig, einen Ort zu finden, an dem unser Café stattfinden kann“, erklärt Sonja Belovitzer vom Orga-Team im Gespräch. „Die Landeskirchliche Gemeinschaft hat uns mit offenen Armen empfangen und so treffen wir uns seit mehreren Jahren jeden Donnerstag hier am Schlossplatz 9.“ Natürlich habe sich das Café International über die Jahre hinweg weiterentwickelt. „Mittlerweile haben wir auch oft Thementreffen. Flüchtlinge stellen zum Beispiel ihr Heimatland vor oder es wird ein Film gezeigt. Ungefähr 25 Leute kommen regelmäßig zu unseren Treffen“, erzählt Belovitzer. Für diese Menschen aus acht bis zehn verschiedenen Ländern sei das regelmäßige Zusammenkommen zur Routine geworden. Die meisten hätten inzwischen Anschluss und auch Arbeit in der Stadt gefunden, die Kinder gingen zur Schule und es sei alles familiärer und vertrauter geworden.

Das konnte man auch beim Sommerfest beobachten – die meisten Teilnehmer kannten sich, empfingen sich mit offenen Armen und verbrachten gemeinsam eine schöne Zeit. Aber auch neue Leute wurden herzlich begrüßt und zu den Treffen eingeladen.

„Es ist bei uns noch nie jemand einfach weggeblieben. Alle sind super zuverlässig und so können wir auch gut planen. Außerdem haben wir alle einen persönlichen Bezug zueinander“, erzählt Johanna Senn-Dietrich unserer Zeitung. Am Ball bleiben, dran bleiben – das sei das, worauf es ankomme.

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