Schwetzingen

Schwetzinger Musikherbst Auftaktkonzert von „Dicke Kinder“ bringen Besucher auf dem Parkplatz vor Möbel Höffner zum Tanzen / Gewinn wird die Veranstaltungsreihe vermutlich nicht abwerfen

„Einfach fantastisch und endlich wieder Livemusik“

Archivartikel

Wer hätte das vor ein paar Monaten noch gedacht? Es gibt Open-Air-Konzerte beim „Schwetzinger Musikherbst“, in kürzester Zeit quasi aus dem Boden gestampft, so dass nun rund 15 Bands an den Wochenenden zwischen dem 2. und 31. Oktober auftreten werden. Den Anfang machten die „Dicken Kinder“ und brachten mit Songs von Chuck Berry über Herbert Grönemeyer bis Rammstein und viel guter Laune die Gäste zum Tanzen. Noch ist der Anblick ungewohnt. Auf der abgezäunten Wiese neben dem Parkplatz von Möbel Höffner steht eine Bühne, daneben sorgt die Schwetzinger Carneval-Gesellschaft (SCG) für Bratwurst, Pommes und Getränke. Zusammen mit Security und bereitstehenden Sanitätern kamen die Zuhörer so in Festival-Stimmung.

Quer durch alle Altersklassen

So schien es auch den 70 Besuchern zu gehen, zu denen noch ein paar „Zaungäste“ hinter der Absperrung kamen. Sänger Chris Becker, Sängerin Ira Diehr, Gitarrist Giuseppe Sciandrone, Keyboarder Dennis Jenne, Drummer Dominik Steinbacher, Bassist Norbert Christ und Percussionist Michl Fischer gaben alles, so dass alle wippten oder tanzten – quer durch alle Altersklassen. Bei einem musikalischen Ritt durch viele Genres bei dem auch mal „Bad Guy“ von Billie Eilish auf „Johnny B Goode“ von Chuck Berry folgen kann, war für jeden etwas dabei. Ira Diehrs „Kids in America“ von Kim Wilde ließ die 1980er Jahre wieder aufleben und Sänger Chris Becker brillierte beim Herbert Grönemeyer-Medley. Das überzeugte Michaela Hufnagel und Holger Gerne aus Mannheim: Wir lieben Herbert Grönemeyer. Als Chris sang, dachten wir erst, es wäre Grönemeyer persönlich.“

Nur die Menschen, die zusammen gekommen waren, standen beieinander und auch nur dort war es gestattet, die Gesichtsmaske abzunehmen. Im Gegensatz zu Indoor-Veranstaltungen war das Singen kein Problem. Helga und Heinz Hof aus Ilvesheim waren begeistert: „Einfach fantastisch, endlich wieder Livemusik. Unseren Kindern ist was dazwischengekommen, wir haben sie daher schnell vertreten.“ Veranstalter Edgar „Eddie“ Berlinghof vom Kulturförderverein Kurpfalz betonte: „Zuerst hatten wir den Schlossgarten, dann ein Gelände beim „Alla Hopp“-Spielplatz im Auge. Das wurde nichts. Als wir mit Thomas Huck von Möbel Höffner sprachen, war er sofort überzeugt. 120 Gäste hätten mit Abstand Platz gehabt. Aber leider hat die Genehmigung relativ lange gedauert. Da hatten wir nicht viel Zeit für Werbung.“

Andrea Wilhelm von Wivent-Veranstaltungstechnik, die zusammen mit ihrem Mann Harald die Idee für das Festival hatte, sagte: „Wir hoffen auf einen ‚goldenen Oktober‘ mit tollem Wetter. Natürlich werden die Künstler bezahlt, aber Gewinn wird die Veranstaltung für uns leider nicht groß abwerfen. Es ist aber eine tolle Unterstützung für die Künstler.“ Petros Maloussidis vom SCG war erleichtert: „Vor allem der Kontakt mit den Menschen hat gefehlt.“ Und Sänger Becker resümierte: „Normalerweise haben wir etwa 120 Auftritte pro Jahr. Seit März waren es fünf. Ich würde mir mehr Mut von den Gemeinden wünschen, Auftritte zu ermöglichen.“

Das Konzert von „Amokoustik“ ist am Samstagnachmittag wegen Regen ausgefallen, dafür brachte „Paule Panthers Groove Club“ mit Gastsängerin Jay Gomes die Zuhörer am Abend mit lässigen Beats noch mal richtig ins Schwitzen. mon

Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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