Schwetzingen

Hirschacker-Grundschule „Jazz für Jung und Alt“ begeistert Publikum bei 40-minütiger Show / Chor, Trommelpalast und Musikensembles reißen mit

Einsatzfreude, Temperament und gute Laune

Archivartikel

Jazz ist eine ganz besondere Spielart, eine Lebensart, die Jazzern eigen ist. Sie – die Musik – spricht von Nonchalance, ist humor-affin aber auch aufrührend, reißerisch und doch entspannt. Das Gefühl, sich in einer der unzähligen Jazz-Locations Amerikas wiederzufinden, konnten viele Begeisterte bereits am Samstag beim mittlerweile schon als Geheimtipp gefeierten Kneipenjazz erleben. Das kleine, aber feine Krönchen auf den Musikgenuss setzte mit viel Einsatzfreude, Temperament und Laune der „Jazz für Jung und Alt“ am Sonntagnachmittag in der Hirschacker-Grundschule.

Den musikalischen Schwung des Vortages nahm Aart Gisolf von der Jazzinitiative am frühen Nachmittag auf: „Eigentlich müssten wir mit diesem Event hier in unseren Jazzabend starten, denn wo ist die Musik besser angesiedelt als bei den jungen Leuten, den Kindern, denen Klänge und das Spielen eines Instruments Welten eröffnen.“ Er kündigte an, dass, nicht wie gewohnt, „die Alten“ aus der Jazzinitiative zum Abschluss spielen, sondern erstmals ganz junge Jazzer für den Ausklang sorgen sollten. „Blue Groove Quartet“ nennen sich die vier Jungs, die nach gut drei Stunden bester Unterhaltung noch ein Schippchen Genuss obendrauf legten.

Zum neunten Mal war die Aula der Grundschule Raum für Hörerfahrung, etwas für die Augen sowie ein Erlebnis, das – in Klatschen und Jubelrufen ausgedrückt – Begeisterung spiegelte. Viele Eltern hatten ihren Nachwuchs begleitet, saßen erwartungsvoll auf den Treppen und Bänken. Schul-Freundeskreis-Vorsitzender Carsten Wierick lud gerne zu Kaffee, Kuchen, Pikantem und Kaltgetränken ein und ließ für die Musikausbildung und ein Projekt an der Schule den Hut rumgehen.

Der stimmgewaltige Schulchor legte mit dem Schulsong einen ordentlichen Klangteppich, dem sich niemand rhythmisch entziehen konnte. Klatschen, springen, Arme kreisen gehörten optisch mit dazu. Mit weit geöffneten Mündern erlebten danach die Schüler, wie aus Plastikflaschen Instrumente werden, wie man mit diversen Trommeln fetzigen Sound erzeugen kann, sowie afrikanischen Gesang. Das alle brachten die Jungs aus dem Trommelpalast mit, die rund 40 Minuten nonstop Show präsentierten. Mal liefen die Jungs durchs Publikum spielend aufeinander zu, mal schienen sie sich verbal zu zoffen, um wenig später einträchtig Flaschen- und Eimermusik zu machen. „Cool“, verlautete es überall im Publikum, das mit Beifall nicht geizte. Ihrem Namen „Afro-Kids“ machten die Schüler alle Ehre.

Hochkarätige Posaunentöne

Geht es um hochkarätige Posaunentöne, sind die „Three and a half Trombones“ ganz oben. Besonders in der Symbiose mit Magie, Slapstick und mit komödiantischen Zügen bringen sie überall Laune ins Spiel. Event nennt man das, was die fünf Herren in adretten Anzügen vorbringen: lässig fliegt die Posaune in die Höhe, lasziv wird ein Zehntel- Strip hingelegt, immer mit unbewegter Miene, versteht sich, dazu erklingen die Posaunen in herrlichem Einklang. Topp.

Dann wurde es magisch auf der Bühne: Alois Willing liegt am Boden, das Bandbanner wird über ihm ausgebreitet und beginnt plötzlich zu schweben. Basses Erstaunen machte sich breit. Willing schwebt. Sanft sinkt er im tosenden Applaus wieder zu Boden – sehr gelungen. So ging es mit dem „Blue Groove Quartet“ weiter. Nick Kannewurf (Schlagzeug), Paul Dupont (Bass), Adrian Gallet (Saxofon) und Thomas Fritzler (Klavier) gehören zur jungen Generation. Ihre Liebe für den Jazz hat sie vor vier Jahren zusammengebracht. Mit ihrem Mix an Coversongs und eigenen Kreationen legten sie eine ordentliche musikalische Visitenkarte vor.

Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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