Schwetzingen

Schülersprecher-Serie (Teil 1) Anna-Maria Sauer und Antonia Scheurer organisieren gerne Events an der Carl-Theodor-Schule

"Eintrittskarte für viele Firmen"

"Als Schülersprecher kann man einiges auf die Beine stellen. Aber natürlich ist dieses Amt auch mit viel Arbeit und Zeit verbunden", weiß Anna-Maria Sauer. Die engagierte 18-Jährige ist Schülersprecherin der Carl-Theodor-Schule und das aus mehreren Gründen. "Ich war früher bereits Klassensprecherin und das hat mir viel Spaß gemacht. Dinge zu organisieren und zu planen, das liegt mir einfach", verrät die Schülerin, die in diesem Jahr ihr Wirtschaftsabitur abschließen wird. Danach möchte sie Eventmanagement studieren, "da ist es sicher von Vorteil, wenn man bereits Erfahrung in Sachen Organisation hat."

Natürlich müsse sie stets die Balance halten zwischen der ehrenamtlichen Tätigkeit und den schulischen Pflichten, die dabei nicht zu kurz kommen dürfen. Dass dies eine große Aufgabe ist, wissen auch die beiden Verbindungslehrer Daniel Schmidt und Hans-Joachim Engler. Sie sind jedoch davon überzeugt, dass das Amt des Schülersprechers viele Vorteile bringt: "Natürlich erhalten die Schüler einen Nachweis, der sich im Lebenslauf gut macht. Vor allem aber lernen die jungen Erwachsenen, Verantwortung zu übernehmen und mit Vorgesetzten zu verhandeln. Das hilft sicher auch in späteren Bewerbungsgesprächen und ist eine Eintrittskarte für viele Unternehmen", findet der 34-jährige Hans-Joachim Engler, der Spanisch und BWL unterrichtet.

Egal, welche Projekte anstünden, die meisten davon müssten mit Schulleiterin Renate Mayer besprochen werden. "Wir sind zwar oft mit dabei, lassen die beiden aber durchaus auch mal alleine vorsprechen. Schülersprecher halten also recht oft ihre Köpfe stellvertretend für die Mitschüler hin", sagt der 35-jährige Daniel Schmidt, Lehrer für Deutsch und Spanisch.

"Frau Mayer nimmt sich viel Zeit für unsere Anliegen, sie liebt die Schülermitverantwortung (SMV). Natürlich muss man selbstbewusst auftreten und darf nicht vor Fragen zurückschrecken", weiß Anna-Maria Sauer, die beinahe wöchentlich vor der Rektorin sitzt, um Angelegenheiten zu besprechen. Unterstützt wird sie dabei meist von ihrer Stellvertreterin Antonia Scheurer.

Die 17-Jährige ist in der 11. Klasse und hat ebenfalls bereits Erfahrung als Klassensprecherin. "Wir planen, organisieren und am Ende sieht man dann das Ergebnis. Das ist schon toll und macht einen auch stolz", sagt die Schülerin, die im vergangenen Jahr ihr Bogy-Praktikum im Parlamentsbüro des Wahlkreisabgeordneten Olav Gutting in Berlin absolviert hat. Später kann sie sich vorstellen, als Lehrerin zu arbeiten.

Auf die Einführung von Schließfächern an der kaufmännisch-beruflichen Schule ist sie besonders stolz, denn das war allein ihr Werk: "Einige Mitschüler meinten, dass Schließfächer praktisch wären. Also ging ich das Thema an", erinnert sie sich.

Soziale Kompetenzen erlangen

"Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass wir Lehrer mit der Zeit betriebsblind sind. Wir bekommen zudem viele Wünsche oder Ängste der Schüler nicht mit. Die Schülersprecher dienen also als Schnittstelle", so Engler. Das weiß auch Etienne Köhler, der das Amt im vergangenen Jahr innehatte und sich sehr für seine Mitschüler engagierte. "Ich habe mich damals als Schülersprecher aufstellen lassen, weil ich stets neue Herausforderungen suche. Dadurch erlangt man auf jeden Fall gewisse Kompetenzen, sowohl im Umgang mit Führungspositionen als auch, was das Sprechen vor einer Menschenmasse betrifft. Ich hatte auch öfter Kontakt zu Angestellten der Stadt, als wir zum Beispiel für den jährlichen Spendenlauf einen Teil der Straße absperren lassen mussten", erinnert sich der 18-Jährige, der entweder Wirtschaftsingenieurwesen oder Psychologie studieren möchte.

Neben Aktionen wie dem Spendenlauf organisiert die SMV auch andere Projekte, darunter die "Freaky Week", die eine Woche vor dem Schmutzigen Donnerstag stattfindet. Jeden Tag gibt es ein anderes Motto, zu dem sich die Schüler der ganzen Schule dann passend verkleiden dürfen.

Passt der Kandidat?

Doch die Schülersprecher sind auch an wirklich wichtigen Entscheidungen beteiligt und nehmen bei der jährlichen Schulkonferenz teil: "Die Schülersprecher sind wahlberechtigt und haben genau so viele Stimmen wie die Lehrer", merkt der 34-jährige Verbindungslehrer Hans-Joachim Engler an. Doch wie wird man eigentlich Schülersprecher?

Die Antwort hat Anna-Maria Sauer parat: "Die Verbindungslehrer überlegen, wer als Kandidat passen könnte und gehen dann auf denjenigen zu. Man kann sich aber auch selbst aufstellen lassen. Dann werden Werbeplakate im Schulhaus aufgehängt und Steckbriefe verteilt. Danach gibt es noch eine Vorstellungsrunde der einzelnen Kandidaten im Foyer. Am Ende wählen natürlich die Schüler ihre Favoriten", erklärt sie, worauf Engler noch nachschiebt: "Dabei handelt es sich übrigens um eine Direktwahl. Denn an vielen anderen Schulen sind nur die Klassensprecher wahlberechtigt."

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