Schwetzingen

Zweckverband Leiterin der Kurt-Waibel-Schule stellt zunehmende Schwierigkeiten der Kinder dar / Aufstockung um 100 Prozent einstimmig auf den Weg gebracht

Elke Rohr: Wir brauchen mehr Schulsozialarbeit

Archivartikel

Ein Appell war es nicht. Aber die Schulleiterin der Kurt-Waibel-Schule, Elke Rohr, ließ bei der Sitzung des Zweckverbands Bezirk Schwetzingen keinen Zweifel daran, dass die Schulsozialarbeit ausgebaut werden müsse. Die Schwierigkeiten der Kinder nähmen zu, und die Lehrer bräuchten hier dringend Unterstützung.

Eine Sicht, die der Zweckverbandsvorsitzende und Schwetzinger Oberbürgermeister Dr. René Pöltl, unmissverständlich teilte. Derzeit ist die Schulsozialarbeit mit 52 Prozent budgetiert. Und zum kommenden Schuljahr soll sie auf 100 Prozent aufgestockt werden. In Euro heißt das ein Plus von rund 10 600 Euro – also von nicht ganz 12 000 Euro auf 22 600 Euro im Jahr.

In den Augen Pöltls eine „absolut gerechtfertigte und damit auch vertretbare Mehrbelastung“. Für ihn ist der Ausbau der Schulsozialarbeit eine entscheidende Stellschraube für einen gelingenden Schulalltag. „Wir dürfen die Schulen da nicht allein lassen.“ Denn bis dato, so Rohr, könne die Schulsozialarbeiterin fast nur Einzelfallhilfe gewährleisten. In ihren Augen zu viel Reaktion und zu wenig Aktion. Die Arbeit müsse systemischer werden und vor allem mehr auf Prävention zielen.

Auch Nordstadtschule profitiert

Eine Sicht, die der Plankstadter Bürgermeister Nils Drescher durchaus teilte. In Frage stellte er aber die Erhöhung um volle 100 Prozent. Doch Rohr verwies eindrücklich auf die zunehmenden Schwierigkeiten vieler ihrer Schüler. Es gebe da unzählige Baustellen. Und Schulen müssten angesichts des gesellschaftlichen Wandels mehr Aufgaben stemmen. Allein schon, dass immer öfter beide Elternteile arbeiteten und als Ansprechpartner ausfielen, brächte einen grundlegenden Wandel schulischer Aufgaben mit sich. Am Ende sei es besser, jetzt zu investieren. Könnten so doch deutlich höhere Kosten später vermieden werden.

Es war eine Sicht, die sich am Ende bei allen fünf Verbandsgemeinden durchsetzte. Einstimmig votierten die Verbandsmitglieder aus Schwetzingen, Brühl, Ketsch, Plankstadt und Oftersheim für den Ausbau der Schulsozialarbeit auf eine ganze Stelle. Zugleich wird die Schulsozialarbeit übrigens auch an der Nordstadtgrundschule von 26 Prozent auf 50 Prozent erhöht.

Einstimmig und völlig problemlos verlief auch die Kenntnisnahme der Jahresrechnung 2017 für die Förderschule und die Kläranlage mit einem Umfang von knapp 7,6 Millionen Euro. Dabei gelang im vergangenen Jahr, so der Verbandskämmerer Manfred Lutz-Jahte, eine Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt über rund 1,1 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt umfasse damit knapp 2,8 Millionen Euro. Für Pöltl und die Verbandsmitglieder ein zufriedenstellendes Zahlenwerk.

Ohne jede Diskussion wurde anschließend auch der Weg in das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen beschritten. Ab dem 1. Januar 2019 soll dann wie bei allen Städten und Gemeinde die Dopik gelten.

Kein Angebot für Dachsanierung

Unstrittig war auch der Beschluss zur Schülerbeförderung, die zum neuen Schuljahr umgesetzt sein soll. Zwar lag zur Sitzung noch kein Submissionsergebnis vor, doch damit die Umsetzung zum 8. September gelingt, gaben die Mitglieder ihr Okay für die Vergabe an den günstigsten Bieter.

Ebenfalls einstimmig goutierten die Verbandsmitglieder die Kooperation der Kurt-Waibel-Schule mit der Musikschule. Dabei geht die Musikschule in die Einrichtung, um dort Interesse für Instrumente und Gesang zu wecken. Ein wichtiger Schritt, so Pöltl. Denn in Ganztagsschulen könnte dieser bildungspolitische Aspekt jenseits von Schulen zunehmend der Vernachlässigung anheim fallen. Das kostenlose Angebot namens „Bandhouse“, in dem je vier Bands à vier Schülern unterrichtet werden, bedeutet für den Verband Mehrausgaben von knapp 5700 Euro im Jahr.

Nicht erfolgreich war man bei der Ausschreibung der Dachsanierung beim Betriebsgebäude des Klärwerks. Wir haben, erklärte Pöltl, „kein einziges Angebot bekommen“. Ein Hinweis darauf, dass die Bauwirtschaft gerade heiß läuft. Der Auftrag wird nun erneut ausgeschrieben. Ebenfalls nicht ganz erfolgreich verlief die Auftragsvergabe für die Erneuerung der „M+E Technik“ beim Faulbehälter. Zwar gab es Angebote, aber das günstigste bedeutete immer noch ein Plus von rund 60 000 Euro von den ursprünglich erwarteten 1,5 Millionen Euro auf rund 2,1 Millionen Euro. Gabor Szarvak vom Ingenieurbüro „Pöyry“ konnte die Preissteigerung jedoch nachvollziehbar belegen, so dass die Auftragsvergabe an die beiden Firmen „BWS Rhein Neckar“ aus Heidelberg und „Oswald Schulze“ aus Gladbeck schlussendlich reibungslos und ohne Gegenstimme durch die Verbandsversammlung ging.

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