Schwetzingen

Elsass statt Kraichgau

Von Zeit zu Zeit lohnt es sich, aufzuräumen – nicht nur der Ordnung wegen, sondern weil sich Dinge finden, die man mal aufgehoben, jedoch längst vergessen hat. So fiel mir gestern ein lehrreicher Text aus den 1950er Jahren in die Hände, in dem sich ein Heimatforscher mit alten und typischen Schwetzinger Namen beschäftigt. Interessant ist das, wenn man heute – nahezu 70 Jahre später – vergleicht und feststellt, dass es einige Namen gar nicht mehr oder nur noch vereinzelt gibt: Abt, Bassemir, Breyer, Ihm, Oehl, Quenzer oder Rosenkranz beispielsweise, einige dieser Stämme gab es sogar seit dem frühen 18. Jahrhundert. Andere Namen finden sich noch heute in der Einwohnerliste, etwa Becker, Boos, Centmaier, Deimann (die einst fast alle Küfer waren), Kirschner, Schumm oder Schweitzer.

Spannend ist, wo die Ursprünge dieser Familien liegen sollen: Bei der Linie der Berberich in Arnsbach am Main, bei Fackel in der Nähe von Mainz, Koob in Lörrach, Kahrmann in Friedrichsfeld, Schilling in Kuhardt bei Germersheim und Trösel bei Weinheim, Umhey in Böhmen oder Zöller im Fürstentum Sachsen-Coburg. Die Schumm-Ahnen waren ganz früher in Brühl zu Hause. Und wer annimmt, dass die Kreichgauers aus dem Kraichgau stammen, der irrt. Ihre Wurzeln liegen im Oberelsass.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel