Schwetzingen

Corona-Krise Stadt öffnet die Anlagen wieder / „Alla hopp“-Gelände ist per Kiosk bewirtet / Eltern sollten Normalität nicht übertreiben

Endlich ist das Spielen erlaubt

Archivartikel

Endlich!!!!! Vorbei die Zeit des Quengelns am Fenster. Vorüber das endlose Gedaddel am Handy. Ausgestanden die Überbeanspruchung von Papis englischem Rasen. Wohl kaum ein Kind hat wirklich verstanden, warum es zwar mit dem Fahrrad durch Wald und Flur radeln konnte und endlose Sonntagsspaziergänge machen musste, aber eben nicht auf die durch rot-weiße Absperrbänder gesperrten Spielplätze mit den herrlichen Wippen, Schaukeln und Piratennetze durften. Klar, die Regierung hatte es verboten, aber was ist eigentlich eine Regierung und warum darf die mir das Spielen verbieten? Wegen Corona! Aber jetzt, ab Mittwoch, 6. Mai, ist es wieder anders. Die Spielplätze sind frei und – von ein paar Einschränkungen abgesehen – alle dürfen wieder drauf. Sogar die „Alla hopp“-Anlage in der Sternenallee ist wieder offen. Zumindest so lange, wie sich alle Familien an die Vorschriften halten. Und das ist und bleibt halt jetzt in Zeiten der Grundrechtsbeschränkung die Regel.

Mittags um 12 Uhr war am Dienstag auf dem Erlebnisspielplatz für Jung und Alt noch alles mit Bauzäunen abgesperrt und lediglich ein Schild mit dem Hinweis „2 Meter Anstand“ wies darauf hin, dass der Kioskbetreiber schon mal am Feiertag, 1. Mai, und am Wochenende danach einen Mitnahmeservice hier angeboten hatte. Aber am Mittwoch soll es tatsächlich losgehen für Bernd Lehnert, der den Kiosk dieses Jahr erstmals – mit Start in der Corona-Krise – betreibt. Und er sagt, dass man das komplette Angebot am Start habe: Flammkuchen, Pizza, Salate, Eis, Heißgetränke, Smoothies, Bier und alkoholfreie Getränke, eben alles, was Mama oder Papa und die Kids mal so zwischendurch genießen möchten.

Schade nur, dass Lehnert, der ja auch in der Innenstadt das Kaffeehaus betreibt, seine Tische und Stühle im Lager lassen muss. Essen und Trinken sind halt derzeit nur zum Mitnahmen erlaubt. Und da zeigt sich eigentlich auch wieder die Grenze der Verordnung. Du darfst Smoothie und Flammkuchen zum Verzehr auf die Sitzbank der Anlage tragen, aber eben nicht in gebührendem Abstand auf der Terrasse mit schönen Sitzgelegenheiten genießen. Aber so sind halt die Vorschriften.

Wichtig ist ja jetzt erst mal, dass überhaupt wieder draußen gespielt werden darf. Aber dabei ist auch einiges zu beachten und da sind vor allem die Eltern gefordert, denn die haben ja in den vergangenen Wochen Disziplin und das Verhalten zu Corona-Zeiten geübt und können es jetzt prima an ihre Kinder weitergeben. Und scheuen Sie sich nicht, das einzufordern, wenn einzelne Ausreißer nur durch ihr Fehlverhalten die Freiheit aller wieder in Gefahr bringen.

Und hier sind die Regeln

Zwischen Personen ist, wo immer dies möglich ist, ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Ansonsten gelten die allgemeinen Regelungen der Corona-Verordnung des Landes. Die Übertragung des neuen Coronavirus erfolgt in erster Linie über den Luftweg. Deshalb ist das Abstandsgebot eine zentrale Maßnahme. Dies kann von Erwachsenen und Kindern ab dem Grundschulalter eingehalten werden, jüngere Kinder können dies nur bedingt.

Die zulässige Höchstzahl der Kinder ist auf maximal ein Kind pro zehn Quadratmeter Gesamtfläche begrenzt. Erwachsene Begleiter werden nicht in die maximale Belegungszahl eingerechnet, da sie sich oft am Rande des Geländes aufhalten. Fläche und Höchstzahl von Kindern sollen im Aushang stehen.

Der Spielplatz darf nur von Kindern in Begleitung von Erwachsenen genutzt werden. Aus infektionshygienischer Sicht reduziert der Aufenthalt im Freien das Infektionsrisiko gegenüber dem in geschlossenen Räumen aufgrund der Luftbewegung, heißt es in der Verordnung.

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