Schwetzingen

Hirschacker-Grundschule Jungen und Mädchen zeigen die Ergebnisse ihrer Projektwoche / Theaterstück nimmt Besucher mit in Geschichte rund um einen Diebstahl

Englisch ist für diese Detektive kein Problem

Archivartikel

„Very british“ ging es zu in der Hirschacker-Grundschule am Samstagmorgen. Detektiv „Sniffnose“ war unterwegs in einem englischen Haus, er musste einen Dieb finden. Also „Let’s be detectives“, lasst uns Detektive sein, dachten sich die vielen Besucher, so, wie es der Titel der vorangegangenen Projektwoche für alle 76 Schüler schon vorgab.

Entdecken war angesagt, vom Schulhaus über den Hof und Gartenbereich bis zum Zimmer, in dem die Projektergebnisse gezeigt wurden. Auf dieselbe Weise, wie es Sherlock Holmes in seinen Fällen tut, so erforschten die Besucher jeden Winkel der Schule. Das geräumige Foyer wurde dabei zum Londoner „Trafalgar Square“, mysteriöse Fußabdrücke wiesen den Weg. Der Blick blieb gefesselt von der Kulisse, die eine gute Stube in der Baker Street 221B zeigte, in der einst der brillante Detektiv Holmes gelebt hat.

Viel Rhythmusgefühl

Dicht besetzt waren schnell die Treppenreihen, pünktlich zum Beginn der einzigartigen Show. Pfiffig, mit viel Rhythmusgefühl legten die Trommler Hand an ihr Instrument und schlugen den Takt, der schonmal dafür sorgte, dass alle still wurden und sich konzentrierten. Schulleiterin Christine Winkler-Knieriem hatte dann die begrüßenden Worte parat, die einluden, den Spuren der Detektive, derer es viele hat in der Grundschule, zu folgen. Selbstredend erst nach der sehr britischen Einführung durch Dieb Lenny, Leandro und Xenia, die wichtige Utensilien aus dem folgenden Stück zeigten, die englische Bezeichnung laut vortrugen und im Kollektivchor aller Gäste wiederholen ließen. So waren „torch“ für Taschenlampe und die Lupe, das „magnifying glass“, gleich bekannt gemacht.

Unverwechselbare Mütze

Komplett in englischer Sprache nahmen die Vorleser und Akteure daraufhin mit in die spannende Geschichte um einen Diebstahl. Mit kariertem Cape überm Trenchcoat und der unverwechselbaren Mütze auf dem Kopf machte sich Henry auf, den Übeltäter zu finden. Mrs. Miller (Neomi) hatte ihn alarmiert. Henry kombinierte aus den Spuren, die er entdeckte und verfolgte diese bis zum Gartenhaus, wo die Katze den beiden entgegen sprang. Dieb und Beute waren gefunden.

Riesenapplaus brandete auf für die reife Leistung der Kinder. Die wiederum reihten sich flott in den Gesamtchor ein und ließen mit Pfarrer Steffen Groß am Klavier den „Rosaroten Panther“ hörbar durch die Schule spazieren, schickten James Bond, den Spion ihrer Majestät, auch „007“ genannt, hinterher. Klasse. Die Kinderhände und -stimmen ersetzten Schlaginstrumente, die die Klaviermelodie ergänzten. Die Gäste nutzten ihre Hände für eifrigen Beifall, der die Leistung aller lobte.

Eng wurde es kurz darauf am internationalen Salatbuffet sowie an der reichen Kuchentafel, wo sich die Erwachsenen eindeckten, um an den Tischen in der Sonne des Pausenareals Platz zu nehmen. Die Kinder indes strömten zu Spielstationen oder aufs große Klettergerüst. Einmal am Glücksrad drehen und kleine Gewinne mitnehmen kam ebenso gut an, wie das Dosenwerfen oder das Rennen über einen Hindernisparcours auf Miniflitzern. Bei den studentischen Praktikanten der PH Heidelberg galt es, die Sinne zu testen: Fühlboxen mit überraschendem Inhalt und Riechdosen mit Nasenkitzel warteten auf Probierfreudige. Wer genau wissen wollte, wie die Projektwoche abgelaufen ist, der fand sich schnell im Präsentationszimmer wieder. Marlon schilderte dort versiert die Geschichte um den Lebkuchenmann, den Gingerman, in englischer Sprache und simultan auf Deutsch übersetzt. Dazu zeigte er Bilder, die die Geschichte optisch nachvollziehbar machten.

Spurensuche und Kombinationsgeschick übten die Erst- bis Viertklässler auch mit kleinen Umschlägen, in denen Hinweise zu finden waren: „Die waren überall versteckt und mussten gefunden werden“, erklärte Marlon. Viele Details über England und London fand eine Gruppe heraus, andere versorgten mit englischem Frühstück, das sie selbst herstellten. Orangenmarmelade ist untrennbar mit Großbritannien verbunden, etliche Gläser des süßlich-herben Aufstrichs hatten die Schüler gekocht. Diese fanden reißenden Absatz beim Fest.

Andere Aussprache

Besonders beeindruckt waren die Schüler von der Muttersprachlerin Renata, die sie besuchte: „Ihr Englisch hört sich ganz anders an als unsere Aussprache“, stellte Amelie fest. So also geht „Schule mal anders“, die auch den Jüngsten ermöglicht, in freier Zusammenarbeit die Welt zu entdecken, mit Theaterspiel, Kochen, Kommunikation, Musik und das noch dazu in einer Sprache, die in der Grundschulstufe nicht unterrichtet wird. Gute drei Stunden dauerte das Schulfest, das seinem Ziel, der Geselligkeit, dem Kennenlernen und als Schaufenster der schulischen Arbeit vollauf gerecht wurde.

Info: Mehr Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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