Schwetzingen

Bildungseinrichtungen Abiturienten und Berufsschüler schreiben Prüfungen unter besonderen Bedingungen / Kein Abiball

Erst desinfizieren, dann grübeln

Archivartikel

Bei den Abiturienten ist Endspurt angesagt: An diesem Montag, 18. Mai, beginnen landesweit die Abiturprüfungen. Wegen der Corona-Krise werden sie in diesem Jahr allerdings ein wenig anders aussehen als sonst und auch die Vorbereitung lief wegen der Schulschließung anders ab als geplant. Die ursprünglichen Abiturtermine sind landesweit verschoben worden – die neuen Termine gelten für alle Schulen, auch die in Schwetzingen.

Im Hebel-Gymnasium schreiben die Abiturienten die Prüfungen in der Mensa. Speisesaal und Multifunktionsraum eignen sich laut Schulleiter Stefan Ade gut dafür, da hier die nötigen Abstände problemlos eingehalten werden können. Am Eingang grüßt ein großer Desinfektionsmittelspender: Wer zur Prüfung geht, muss sich zunächst am Spender bedienen. „Wir haben mit der Stadt abgesprochen, dass die Reinigungsfirma, die täglich kommt, neben dem Boden in der Abiturzeit auch die Tische desinfiziert“, erklärt Ade. Auch bei Hilfsmitteln wie Duden oder Wörterbüchern wird auf die Hygiene geachtet: Ein Spender mit Desinfektionsmittel steht daneben, so dass sich die Schüler vor und nach der Nutzung die Hände desinfizieren können. Auf Toilette darf immer nur ein Schüler, das war auch die Jahre zuvor schon so. „Eine Maskenpflicht darf ich als Schulleiter nicht aussprechen. Ich empfehle allerdings sowohl Schülern als auch Lehrern, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, und hoffe auf Einsicht“, appelliert der Schulleiter an die Vernunft. Er habe damit gute Erfahrungen gemacht und beobachte, dass viele die Empfehlung ernst nehmen.

„Seit der Schulschließung haben wir die Abiturienten so gut es geht digital auf die Prüfung vorbereitet. Wir haben über drei verschiedene Kanäle gearbeitet – die Lernplattform ,Moodle‘, Audiochats im Programm ,Microsoft Teams‘ und unsere Homepage. Auf der Webseite haben wir extra einen Download-Bereich eingerichtet, in dem die Schüler die Unterrichtsmaterialien herunterladen können“, führt Ade im Gespräch mit dieser Zeitung aus.

Situation ist sehr dynamisch

Das mündliche Abitur findet ebenfalls statt. Das Land hat hierfür den Zeitraum vom 20. bis 29. Juli – also die letzten Schultage der Abiturienten – festgelegt. „Wir haben uns für den frühestmöglichen Termin, also den 20. Juli, entschieden. So haben wir noch etwas Zeit, bis die Schulzeit für die jungen Erwachsenen endet, und können vielleicht die Abiturzeugnisse wenigstens in halbwegs würdiger Weise übergeben“, hofft der Schulleiter. Die Situation sei sehr dynamisch, man müsse eben abwarten, was im Juli möglich sei. Ein Abiball könne aber nicht veranstaltet werden.

Vor einer neuen Herausforderung steht auch die Carl-Theodor-Schule. Die 123 Abiturienten werden – in verschiedenen Klassenzimmern aufgeteilt – ihre Prüfung schreiben. Mehr Aufsichtspersonal wird dafür laut Abteilungsleiterin für das Wirtschaftsgymnasium, Uta Winter, nicht gebraucht. „In jedem Klassenzimmer, in denen zehn bis 15 Schüler sitzen werden, macht dann ein Lehrer die Aufsicht“, erklärt Winter. Auch die schriftlichen Prüfungen werden bis Pfingsten alle abgenommen. „Normalerweise sind die Prüfungen im beruflichen Bereich mehr auseinandergezerrt. Jetzt müssen die Schüler des Berufskollegs, der kaufmännischen Berufsfachschule und der Berufsfachschule für Wirtschaft ihre schriftlichen Prüfungen bis Pfingsten ablegen. Das bedeutet, dass zum Teil rund 170 Abschlussschüler gleichzeitig ihre Prüfung schreiben“, erklärt die Abteilungsleiterin.

„Die meisten Schüler fühlen sich aber gut vorbereitet. Das sieht man auch daran, dass 95 Prozent den Haupttermin antreten“, erklärt sie, dass sich die Prüflinge auch von vornerein für den Nachholtermin anmelden konnten.

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