Schwetzingen

GRN-Klinik Neues Modell rund um die Geburtshilfe hat sich in fünf Jahren gut eingespielt / Angebot wird im Herbst erweitert / Spezifische Vorgespräche forcieren

Erster Hebammenkreißsaal der Region kommt

Das Beleghebammenteam der GRN-Klinik Schwetzingen leistet seit fünf Jahren einen wertvollen Beitrag für die Betreuung von Frauen vor und nach der Geburt, heißt es in einer Pressemitteilung, in der Bilanz gezogen und Neuerungen vorgestellt werden.

Die Geburtenzahl mit knapp 400 pro Jahr hatte in den Jahren zuvor die Wirtschaftlichkeit der Abteilung stark auf die Probe gestellt. Unter der Federführung von Sabine Kuntz und der Leitung von Dr. Annette Maleika, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe, machten sich insgesamt neun Beleghebammen daran, mit der Geburtshilfe in Schwetzingen neue Wege zu gehen und dennoch ihren familiären Charakter zu erhalten. Zum 1. Januar 2015 lösten sie das bis dato existierende System mit acht angestellten Hebammen ab. „Rückblickend hatten wir alle sehr viel Mut, diesen Weg zu gehen“, erinnern sich Sabine Kuntz und Susann Haag, die von der ersten Stunde an dabei waren. Das gemeinsame Anliegen der Klinik und niedergelassenen Frauenärzten sowie den Hebammen, die werdende Mutter und das Kind sicher durch die Geburt zu begleiten, trug wesentlich zur gegenseitigen Vertrauensbildung bei, so dass das Team rasch voll in die Klinikabläufe integriert war.

Die Bilanz der letzten fünf Jahre ist äußerst positiv: So ist das Hebammenteam mittlerweile auf 18 angewachsen, die Anzahl der Geburten hat sich mehr als verdoppelt; zudem konnte – mit Unterstützung der Ärztinnen und Kinderkrankenpflegerinnen der Wochenbettstation – durch die engagierte Umsetzung der Richtlinien innerhalb der zertifizierten babyfreundlichen Geburtsklinik eine Stillquote von über 90 Prozent erreicht werden.

Mehr Individualität

Im Jahr 2019 erblickten in der GRN-Klinik Schwetzingen 835 Babys das Licht der Welt – ähnlich hohe Geburtszahlen gab es in Schwetzingen zuletzt vor 25 Jahren (wir berichteten). Um auf die steigenden Geburtszahlen adäquat reagieren und dabei den hohen Anspruch der sicheren Geburtsbegleitung aufrechterhalten zu können, wurde ein individueller Dienstplan eingeführt sowie die Hebammensprechstunde ausgebaut, um jeder Frau zeitnah einen Termin zum gegenseitigen Kennenlernen anbieten zu können. „Auch wir spüren die Auswirkung der sinkenden Zahl an Hebammen, die Nachsorgen anbieten, und versuchen, diese mit der ambulanten Wochenbettsprechstunde aufzufangen“, erläutert Susann Haag. Zudem stehen eine gut ausgelastete Elternschule, regelmäßige Kurse in Geburtsvorbereitung, Yoga, Rückbildung und geburtsvorbereitende Akupunktur sowie ein verlässliches Geburtshilfe-Team für die Frauen in der Region zur Verfügung.

Um die individuelle und physiologische Geburt sowie den Standort Schwetzingen weiterhin zu fördern und zu stärken, wird im Herbst 2020 das Angebot zusätzlich zum regulären Kreißsaal mit dem deutschlandweit 17. Hebammenkreißsaal und damit einem der ersten in der Rhein-Neckar-Region erweitert.

„Die Besonderheit des Hebammenkreißsaals sind individuelle Kennenlern- und spezifische Vorgespräche in der Schwangerschaft, aber auch ein starkes Einbeziehen des Partners, was sowohl der werdenden Mutter als auch dem gemeinsamen Kind zugutekommt“, erklärt Susann Haag. Gleichzeitig betont sie, dass die Frauenärzte der Klinik den Patientinnen weiterhin jederzeit zur Verfügung stehen. Bei problemloser Schwangerschaft und Aufnahme zur Geburt steht Frauen, die sich das wünschen, das Gebären im Hebammenkreißsaal offen. Am Ende einer komplikationslosen Geburt wird dann eine zweite Hebammenkollegin anstelle eines Arztes hinzugerufen. „Letztlich werden sich die Frauen dann in der Luxussituation befinden, die individuelle Betreuung und das doppelte Netz der Kliniknotfallversorgung bestmöglich für sich kombinieren zu können“, fasst Chefärztin Dr. Maleika die Vorteile des zukünftigen Angebots zusammen. zg

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