Schwetzingen

150 Jahre Rheintalbahn Zeitungsartikel berichtet über das Unglück an der Unterführung, bei dem 1974 eine Frau ums Leben kam

Es passierte an einem Freitag, dem 13.

Zu den Berichten und Geschichten über 150 Jahre Eisenbahnstrecke Mannheim – Karlsruhe gehörte auch eine Erinnerung an ein furchtbares Unglück an der Unterführung zur Schubertstraße (wir berichten). Inzwischen ist auch der Zeitungsbericht aufgetaucht, der verdeutlicht, dass das traurige Ereignis, bei dem eine Frau aus Plankstadt ums Leben kam an einem Freitag, dem 13. passiert war – am 13. Dezember 1974.

Der Bericht unseres damaligen Chefs vom Dienst, Fritz Nassner, deckt sich mit meinen Erinnerungen. So heißt es: „Glück im Unglück hatten zahlreiche Schüler der unmittelbar neben der Unterführung befindlichen Johann-Michael-Zeyher-Schule. Ein Großteil von ihnen benutzt die Unterführung für den Schulweg – um 12.10 Uhr hatte es in der Schule geläutet, 12.20 Uhr geschah das Unglück. Sie hatten alle schon die Unterführung passiert.“

Ursache war eine falsche Weichenstellung. Dadurch geriet die Rangierwagenkolonne auf das danebenliegende Gleis, das in den früher als Lokomotivschuppen genutzte Gebäude führt. Die vorderen Waggons überrollten ein dort stehendes Gleisbearbeitungsgerät, durchbrachen die Holztore und prallten mit voller Wucht auf die Aufbauten der Unterführung.

Die 43-jährige Frau hatte genau in dem Moment ihr Fahrrad auf der östlichen Seite nach oben getragen, als die Gesteinsmassen der einstürzenden Aufbauten nach unten prasselten. Sie wurde unter den Trümmern begraben.

Ein männlicher Passant, von dem man zunächst angenommen hatte, er wäre ebenfalls unter die Trümmer geraten, hatte sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Bahnbeschäftigte retten sich

Drei Beschäftigte der Bundesbahn befanden sich während des Aufpralls der Waggons auf das Gelände der hinter der Unterführung befindlichen Signalmeisterei im Innern des heute noch stehenden Hauses, um Mittagspause zu machen. Sie brachten sich durch einen Sprung aus den Fenstern in Sicherheit. Ein Waggon brach in die südliche Wand ein.

Der die rollende Güterwagenkolonne begleitende Rangierer hatte übrigens die plötzlich geänderte Weichenstellung sofort bemerkt und durch Winken und Rufen in Richtung Lokführer auf das sich anbahnende Szenario hingewiesen. Die vorderen Waggons hatten jedoch bereits den ehemaligen Lokschuppen passiert . . .

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