Schwetzingen

Hirschackerwald Ziegen und Schafe erhalten Unterstützung

Esel helfen bei der Beweidung

Die Ziegen und Schafe kehren dieser Tage in das Naturschutzgebiet „Hirschacker und Dossenwald“ bei Schwetzingen zurück. Das teilt das Regierungspräsidium Karlsruhe mit. Und die Vierbeiner bekommen Verstärkung: Esel werden nun ebenfalls bei der Beweidung eingesetzt.

Der Großteil der zirka 14 Hektar großen Weidefläche ist Kiefernwald, der innerhalb des Projekts „Lebensader Oberrhein“ vom Naturschutzbund (Nabu) aufgelichtet, mit einem festen Weidezaun umgeben und schon in den vergangenen Jahren durch Ziegen und Schafe beweidet wurde (wir berichteten mehrfach). Ziel der Beweidung ist es, Gebüsche, wie Brombeeren, zurückzudrängen, so dass mehr Licht auf den Sandboden gelangt und lichtbedürftige Pflanzen und Tiere gefördert werden. Ziegen können auch Blätter an hoch gelegenen Busch- und Baumbeständen abfressen und die Rinde der Gehölze abschälen. Als Folge davon sterben junge Bäume ab und der Waldbestand lichtet sich weiter auf. Die nun eingesetzten Esel schaffen durch ihr Wälzen offene Bodenstellen, auf denen neue standorttypische Pflanzen keimen und sich etablieren können.

Hunde gehören an die Leine

Durch seinen offenen Charakter ist der Hirschacker auch als Brutgebiet für die vom Aussterben bedrohten Vogelarten Ziegenmelker und Heidelerche geeignet. Eine erfolgreiche Brut ist nur möglich, wenn die Vögel nicht durch querfeldein laufende Menschen und Hunde gestört werden. Um die offiziellen Wege im Gelände besser sichtbar zu machen, wurden diese mit Handläufen versehen. Die Besucher des Gebietes werden gebeten, der Leiteinrichtung folgend auf den Wegen zu bleiben und ihre Hunde an die Leine zu nehmen. Außerdem dürfen die Weidetiere nicht gefüttert werden, weil sie davon ernsthaft krank werden können, heißt es in einer Pressemitteilung.

Diese Verbote sind notwendig, um die seltenen Tierarten vor Störungen zu schützen. Wer sich nicht daran hält, riskiert strafrechtliche Konsequenzen. Zudem dürfen diese Flächen auch nicht betreten werden, da nach Aufgabe der militärischen Nutzung nicht gänzlich ausgeschlossen wird, dass sich noch Kampfmittel im Boden befinden. zg

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