Schwetzingen

Gemeinderat Mehr Personal für die kirchlichen Kindergärten / Zwergenschlösschen wird größer

Fachkräftemangel begegnen

Das Thema Kinderbetreuung ist ein Dauerbrenner – und wird es noch lange bleiben. Auch in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung befasste sich der Gemeinderat damit, um weitere Verbesserungen zu erreichen. So werden in den Einrichtungen beider Kirchengemeinden neue Stellen geschaffen. Zudem wurde der Vertrag über die Erweiterung der privaten Kinderkrippe Zwergen-schlösschen in der Moltkestraße abgesegnet.

Generell bleibe es weiterhin schwierig, alle Personalstellen in den Kindergärten zu besetzen, erklärte Oberbürgermeister Dr. René Pöltl eingangs. Vereinzelt seien sogar schon die Öffnungszeiten reduziert worden, da der Mindestpersonalschlüssel unterschritten war.

Den Trägern sei es daher ein großes Anliegen, weitere Ausbildungsstellen zu schaffen, um dem anhaltenden Fachkräftemangel entgegenwirken zu können. Zudem seien die Nachfragen seitens der Absolventen für das Anerkennungsjahr rückläufig. Durch das Ausbildungsmodell PiA (praxisintegrierte Ausbildung) werde die Ausbildung zum Beruf der Erzieher deutlich attraktiver.

Daher werden die Kirchengemeinden je zwei weitere PiA-Stellen sowie zwei (katholisch) beziehungsweise eine (evangelisch) FSJ-Stellen (Freiwilliges Soziales Jahr/Bundesfreiwilligendienst) einrichten. Damit sei das gemeinsame Ziel beider Träger erreicht, grundsätzlich jeden Kindergarten mit einer PiA-Stelle und einer FSJ-Stelle auszustatten, hieß es in der Gemeinderatssitzung,.

Im Kindergarten St. Pankratius wird zudem eine dritte Fachkraft mit 15 Wochenstunden für die Betreuung erforderlich, da der Anteil der betreuten Einjährigen gestiegen sei. Auf die Stadt kommen damit pro Jahr zusätzliche Personalkosten in Höhe von 118 000 Euro zu.

29 weitere Plätze

Der Gemeinderat hatte im November 2017 der Erweiterung der privaten Kinderkrippe Zwergenschlösschen zu einem Kindergarten (über Dreijährige) zugestimmt (wir berichteten). Dazu wurde das an die Einrichtung angrenzende Gebäude Moltkestraße 19 von der Stadt erworben – derzeit wird es umgebaut. Voraussichtlich im September könne dort der Kindergartenbereich mit zwei Gruppen (zehn Kinder im Modell verlängerte Öffnungszeiten, 19 Kinder in der Ganztagsbetreuung) in Betrieb gehen. „Das sind 29 sehr, sehr wichtige Plätze – eine super Ergänzung für unser Kinderbetreuungsangebot“, betonte Oberbürgermeister Pöltl.

Die Stadt schließt nun mit der Trägerin einen Vertrag über den Betrieb der Einrichtung ab und übernimmt auch das Betriebskostendefizit sowie die Kosten für die laufende Unterhaltung und für Investitionen zu 100 Prozent. Denn es handle sich um eine private Betreiberin, die keine Eigenmittel zum Betrieb der Einrichtung einsetzen kann und im Kindergartenbereich anders als in der Krippe keine Gewinne erwirtschaften könne.

Gemäß dem vorgelegten Finanzplan der Trägerin geht die Verwaltung von einem jährlichen Betriebskostendefizit in Höhe von 366 000 Euro pro Jahr aus, das von der Stadt übernommen wird, ebenso die Kosten für die Ausstattung der Einrichtung. Dieser Rahmen wird von 50 000 auf maximal 70 000 Euro aufgestockt. ali

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