Schwetzingen

Hildacafé Informationsnachmittag der Polizei stößt auf reges Interesse / Aufklärung über Enkeltrick und Haustürgeschäfte / „Auflegen und Familienmitglieder selbst anrufen“

Fahrer rät: Seien Sie unbedingt misstrauisch

Man hätte glauben können, dass bei dieser Hitze der Seniorennachmittag im Hildacafé eher dürftig besucht werde. Weit gefehlt. Der Saal war rappelvoll. An die 50 Damen und Herren warteten gespannt auf den stellvertretenden Leiter des kurfürstlichen Polizeireviers, Michael Fahrer. Das Thema Schutz vor Trickbetrügern, Taschendieben und Haustürgeschäften, so die Generationenbüro Leiterin Nicole Blem, treffe ganz offensichtlich einen Nerv.

Das Kuchenessen war dann dieses Mal tatsächlich nur Beiwerk. Das Thema scheint wichtig und brennt durchaus unter den Nägel. Nicht wenige der Herrschaften hier können von Anrufen und irgendwelchen Versuchen, sie über das Ohr zu hauen, berichten. Für Fahrer gibt es bei der ganzen Thematik eine Grundhaltung, die jeder an den Tag legen sollte: „Seien Sie unbedingt misstrauisch.“ Man mag es bedauern, dass dies empfehlenswert erscheint, aber es sei angezeigt.

Mehrfach betonte Fahrer, dass man mit Informationen vorsichtig sein solle. „Diese Anrufer sind wirklich gut.“ Sehr geschickt würden sie einem so nebenbei Informationen entlocken, die die Betrüger dann benutzten, um an Geld, Schmuck oder andere Wertsachen heranzukommen. Die erste Regel sei immer, den Enkel zurückzurufen. „Legen Sie auf und rufen Sie ihre Familienmitglieder selbst an.“ Das gelte auch, wenn sie vermeintlich die Polizei anruft. „Falls es je zu solch einem Anruf kommen soll, legen Sie auf und rufen sie die Polizei selbst an.“ Und wenn es Erzählungen geben soll, dass die Polizei wisse, dass ein Einbruch geplant sei und der Schmuck in Sicherheit gebracht werden soll, glauben sie kein Wort: „Das würden wir niemals tun.“

Auf einen Enkeltrick hereinfallen, ist in den Augen des Polizeibeamten übrigens kein Zeichen für Naivität. Diese Leute seien sehr gut und würden grundlegende Höflichkeitsgebote ausnutzen und ihre Opfer in die Irre führen. Wer habe nicht spontan einen Hilfeimpuls, wenn ein Enkel in vermeintlicher Not sei.

„Tasche nah am Körper tragen“

Auch beim Kriminalitätsfeld Handtaschendiebe gibt es für Fahrer eine klare Verhaltensregel: „Möglichst nah am Körper und verschlossen.“ 100-prozentigen Schutz gebe es nie, aber mit Skepsis und der Brieftasche am Körper seien sie soweit das gehe auf der sicheren Seite.

Es waren Tipps, die hier bei den meisten bekannt waren. Trotzdem war es für alle interessant. Denn die Thematik vor Augen zu haben, heißt auch vorbereitet zu sein. Heidi Jäger und Christa Leibold waren sich einig, dass das „ein sehr interessanter Nachmittag war“ und „sich immer wieder klarmachen, dass solche Anrufe kommen können, schützt davor in diese Falle zu laufen“. Und, so fügte Jäger schmunzelnd hinzu, „der Kuchen war sehr lecker“. ske

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