Schwetzingen

Fast schon daran gewöhnt

Andreas Lin lebte eine Woche ohne Fernseher und bedauert es nicht

Loriot sagte einst: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Ich könnte diesen Satz jetzt etwas umdichten: Ein Leben ohne Fernseher ist möglich – und nicht sinnlos. Eine knappe Woche musste ich jetzt auf das heimische TV-Gerät verzichten und habe es überlebt.

Fernsehen, so hat es das Bundessozialgericht einmal festgestellt, gehört zwar nicht zu den Grundbedürfnissen des Menschen, diene lediglich zur Unterhaltung und Information. Gut, die Informationsdefizite aus dem von mir geschätzten Videotext ließen sich durch dieses kleine tragbare Mobilgerät ausgleichen. Aber die Unterhaltung ist nicht zu unterschätzen, gerade wenn man mal eine gewisse Zeit alleine zu Hause ist. Nicht dass es Langeweile wäre, aber man gewöhnt sich eben doch an das Teil und auch an den Berieselungsfaktor.

Immerhin gab es ja noch die Festplatte mit den 131 Folgen „Rosenheim-Cops“ und 47 „ZDF-History“-Aufnahmen. Doch die funktionierte auch nicht mehr. Auf der Straße habe ich Nachbarn kennengelernt, die ich noch nie wahrgenommen hatte und die nun nach dem Fernsehproblem fragten. Und statt vor der Glotze zu hocken, machte ich eben – außer noch intensiver Zeitung lesen – viele andere Dinge, von Spaziergängen bis Familienbilder sortieren. Und ich hatte mich wohl schon so daran gewöhnt, weil ich nicht einmal gemerkt ha-be, dass das Fernsehgerät schon längst wieder funktionierte.

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